Wald unter Schneelast zerstört. Weiße Massen ziehen Spur der Zerstörung: über 300 Festmeter Schadholz.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 16. Februar 2019 (04:00)
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Erst die Trockenheit 2018, jetzt der Schneedruck: Waldbesitzer im südlichen Waldviertel rechnen mit über 300 Festmeter Schadholz. Und die Sorge hält an: Die herabgestürzten, morschen Bäume auf dem Waldboden sind für den Borkenkäfer ein gefundenes Fressen.

Herbert Wimmer hat noch viel Arbeit vor sich. Über 40 Hektar Wald im Gemeindegebiet von St. Oswald besitzt der 35-Jährige. Und dort zeigt sich die Zerstörungskraft der weißen Massen: Hunderte umgeknickte, zerstörte Bäume, die unter der tonnenschweren Schneelast zusammenbrachen.

„Wir befinden uns im absoluten Ausnahmezustand“, rechnet der St. Oswalder mit bis zu 500 Festmetern Schadholz. Zum Vergleich: Das ist etwa die doppelte Menge davon, was sonst aufgrund von Witterungsschäden weggeschnitten werden muss.

Wie verheerend die Schneemassen tatsächlich sind, lässt sich derzeit nur schätzen. In Teilen des Waldviertels liegt nach wie vor bis zu einem halben Meter Schnee, laut Prognosen schneit es diese Woche wieder.

Schadensausmaß wird noch genau ermittelt

„Bis eine definitive Schadensmenge und auch Schadenssumme genannt werden kann, wird es bis ins Frühjahr dauern“, informiert Bezirkshauptmann-Stellvertreter Gottfried Hagel. Fix ist jedenfalls: Der heftige Wintereinbruch Anfang 2019 hat großen Schaden angerichtet. „Laut unseren Aufzeichnungen waren 2009 rund 5.000 Festmeter Holz im Bezirk beschädigt. Diesen Wert werden wir wohl heuer überschreiten“, erläutert Hagel. An die Rekordsumme von rund 21.000 Festmeter Schadholz, die der Eisbruch 2014 zerstörte, wird das Ergebnis der Aufarbeitung laut dem Bezirkshauptmann-Stellvertreter nicht herankommen.

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St. Oswalds Gemeindesekretär Leo Baumberger im Einsatz: Die Schneemassen halten das südliche Waldviertel nach wie vor auf Trab.

Als Waldbesitzer muss sich Herbert Wimmer um das Schadholz kümmern. Insofern die Wälder bereits zugänglich sind, wie St. Oswalds Gemeindesekretär Leo Baumberger betont: „Wälder in solchen Situationen zu betreten, kann schnell gefährlich werden. Manche Waldbesitzer können noch kaum zu den massiven Schneedruckschäden der ersten Jännerwochen vordringen.“ Wimmer startet in den nächsten Wochen die Aufräumarbeiten auf seinem Grundstück.

„Das ist ein echter Totalschaden. Vor allem, weil junges Holz betroffen ist“, schüttelt der St. Oswalder den Kopf. Die rund 30 Jahre alten Bäume müssen wieder durch neue ersetzt werden. „Das tut schon weh. Jetzt heißt es jedenfalls schnell sein, denn im Frühjahr kommt der Borkenkäfer.“ Für den Schädling sind die morschen Bäume auf dem Waldboden ein gefundenes Fressen. Sprich: Die nächste drohende Katastrophe für die Waldbesitzer, die es zu verhindern gilt.