Glasfaserausbau bei Gemeinde-Trio ante portas. Mit schnellem Glasfaser-Internet in die Zukunft: Das wollen Mank, Kilb und Bischofstetten realisieren. In allen drei Gemeinden entschloss sich kürzlich der Gemeinderat dazu, das Zukunftsprojekt zu forcieren.

Von Michael Bouda. Erstellt am 26. Februar 2021 (05:40)
Die Bürgermeister Martin Leonhardsberger (Mank), Manfred Roitner (Kilb) und Werner Nolz (Bischofstetten) (von links) wollen eine schnellere Internetverbindung in ihren Gemeinden.
Lea Babinger

Worum geht es genau? Mank, Kilb und Bischofstetten sind die erste Region im Bezirk, die in Zusammenarbeit mit der Niederösterreichischen Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) die schnelle Internetverbindung aufs Land bringen will (siehe Infobox rechts).

Entscheidend ist dabei, dass sich 40 Prozent der Haushalte dazu verpflichten, in Zukunft das Glasfasernetz zu benutzen. Ist dies der Fall, kommt die nöGIG für die Projektkosten auf.

Alleine für Mank beträgt die Summe 3,8 Millionen Euro. Private Anbieter verlangen dagegen eine Auslastung von bis zu 100 Prozent. Vorarbeiten in den Gemeinden, beispielsweise die Verlegung von Leerverrohrungen bei Straßenbauarbeiten, werden von der nöGIG im Nachhinein ersetzt.

Der Tenor in den drei Gemeinden ist klar pro Glasfaser. „Es ist eine Aufwertung für jedes Haus, eine Attraktivierung des Wohnstandortes“, geht Manks ÖVP-Bürgermeister Martin Leonhardsberger auf die Privathaushalte ein. Gerade auch aufgrund der Pandemie, in der mehr Menschen in den ländlichen Raum ziehen und Home Office und Distance Learning mehr gefragt sind denn je, biete eine schnelle Internetverbindung viele Vorteile.

Angleichung an die urbanen Regionen

„Glasfaser erlaubt, den Unterschied zwischen Städten und dem ländlichen Raum etwas auszugleichen“, sagt Leonhardsberger. Und auch für die Region als Wirtschaftsstandort sei die große Bandbreite zukunftsweisend. Eine Ansicht, die Leonhardsbergers ÖVP-Amtskollegen – Manfred Roitner aus Kilb und Werner Nolz aus Bischofstetten – teilen.

Allerdings ist es noch ein nicht zu unterschätzender Weg: Bis zum Sommer muss die Zusage der jeweils mindestens 40 Prozent der Haushalte bestehen. In Mank beschloss der Gemeinderat, eine Projektgruppe zu gründen, Infoveranstaltungen sollen folgen, damit man die Bevölkerung an Bord holt. In Bischofstetten zeigt sich Nolz, auch in Bezug auf die Pandemie, optimistisch: „Ich bin ziemlich zuversichtlich, weil man Glasfaser auch im vermehrten Home Office braucht.“

Roitner sieht in Kilb „eine ziemlich große Herausforderung, auch weil wir im Ortszentrum relativ gut versorgt sind mit ‚normalem‘ Internet.“ Einen deutlichen Mehrwert sieht er aber beispielsweise in Kettenreith, wo es aufgrund der geringen Bandbreite derzeit immer wieder Probleme beim Homeschooling gebe.

Bis Anfang Juli müssen die Zusagen aus den Haushalten eingeholt werden. Sind jeweils die 40 Prozent erreicht, soll im Herbst der Startschuss erfolgen, das Projekt soll dann in Etappen umgesetzt werden.