Heizen im Bezirk Melk: Genug Material, lange Wartezeiten

Erstellt am 03. August 2022 | 04:34
Lesezeit: 3 Min
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Harald Essmeister garantiert: „Jeder wird seine Pellets bekommen.“ Die NÖN erkundigte sich beim Pöchlarner Lagerhaus, wie es um Angebot und Nachfrage aktuell steht.
Foto: Shutterstock/Essmeister
Teuerungen und lange Lieferzeiten bei Pellets und Holz verunsichern Kunden. Händler geben aber Entwarnung.
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Egal ob Pellets oder Holz, viele Menschen füllen bereits im Sommer ihre Lager mit genügend Heizmaterial, um die Wintermonate zu überbrücken. Doch dies gestaltet sich derzeit als nicht unbedingt einfach. Einerseits sind Heizmaterialen von Teuerungen betroffen, andererseits fordern lange Lieferzeiten viel Geduld.

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Foto: Archiv/Schweiger

Dass Wartezeiten keine Seltenheit mehr sind, das weiß auch der Spartenleiter für Agrar und Energie des Lagerhauses in Pöchlarn, Walter Kern: „Wir nehmen Bestellungen sehr gerne an, bei der Auslieferung kann es aber zu Verzögerungen kommen.“ Dabei ist die Nachfrage groß, im Vergleich zu den Vorjahren sogar mehr geworden, weiß er. Für eine längere Lieferdauer sorgt laut ihm ein bekanntes Verhältnis – Angebot und Nachfrage. „Es gibt weniger Angebot, die Nachfrage wird aber immer höher, daher kommt es zu Wartezeiten“, erklärt er.

Neben den langen Lieferzeiten sind es aber zudem die Teuerungen, die Kunden verunsichern.  Die Preissteigerungen bei den Pellets sind auch Harald Essmeister, dem Chef des Kemmelbacher Unternehmens Essmeister, ein Begriff. Dass sich der Preis für Pellets mehr als verdoppelt hat, kann Essmeister genauso nachvollziehen wie den Ärger der Endverbraucher. „Pellets sind Energie und richten sich nach dem Gesamtenergiemarkt. Die Energiepreise sind aber gestiegen genauso wie die Produktionspreise der Pellets selbst. Sägespäne reichen aufgrund der hohen Nachfrage für die Produktion nicht mehr aus. Es muss auch Faserholz verarbeitet werden. Das muss man alles berücksichtigen. Außerdem, im Vergleich zu Gas, Strom oder Öl, sind Pellets immer noch verhältnismäßig billig. Wir dürfen nicht vergessen: Zwei Tonnen Pellets entsprechen 1.000 Litern Öl. Außerdem haben wir bei den Pellets die Wertschöpfung im eigenen Land und ein CO₂-neutrales Produkt“, erläutert Essmeister.

Hohe Nachfrage: „Pellets sind das neue Klopapier“

Die derzeitige Lage ist aber keineswegs nur für Kunden mühevoll. Der Ankauf von Materialen ist für die Betriebe ebenso nicht einfach, österreichische Ware sei zwar zu bekommen, aber sehr teuer, sagt der Marketingleiter von Hagebau Schuberth in Melk, Matthäus Osrecki. „Die Lieferung von Importware funktioniert heuer nicht so, wie in den Jahren davor“, sagt er. 

Auch Essmeister weiß um die derzeit anstrengende Situation auf beiden Seiten: „Die Nachfrage ist aktuell enorm. Die Leute sind durch die Berichte verunsichert, fürchten, sie bekommen nicht genug Heizmaterial für den Winter. Daher bestellen alle jetzt und wollen die Lieferung am besten gleich morgen. Aber das ist aktuell schon rein logistisch einfach nicht machbar. Wir schaffen es trotz neun Lkws, die permanent fahren, nicht.

Außerdem kommen auch die Pelletsproduzenten der Nachfrage nicht mehr nach. Pellets sind das neue Klopapier“, vergleicht Essmeister die aktuelle Situation mit den leeren Toilettenpapier-Regalen in den Supermärkten zu Pandemiebeginn. „Aber genauso wie es damals genug Klopapier für alle gegeben hat, wird es auch heuer für alle genug Pellets geben“, versichert er. Kern rät Kunden zudem, nur das nötigste Material zu erwerben: „Man sollte nur das einlagern, was man heuer braucht, nicht für zwei Jahre.“ Das Lagerhaus versuche, alle Kunden zufriedenzustellen, denn „es wird Material geben“, ist auch er sich sicher.

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