Klein-Pöchlarner Familie: „An der Kasse schreckt’s mich“

Erstellt am 17. Mai 2022 | 20:00
Lesezeit: 4 Min
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NÖN-Mitarbeiterin Zaklina Jukic, ihr Mann Miro und die beiden Kinder Elea und Samuel bleiben ihrer Routinen trotz Teuerungen treu.
Foto: Foto: privat
Familien müssen tiefer in die Geldbörse greifen. Einkäufe werden teurer, die Stromrechnung höher, Gehälter bleiben aber gleich.
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Wenn Zaklina Jukics Mann Miro am Abend von der Arbeit nach Hause kommt, führt sein Weg meist direkt ins Kinderzimmer der beiden Kinder Elea und Samuel. Im blau gestrichenen Zimmer des einjährigen Sohnes werden die Erlebnisse des Tages Revue-passiert.

Zwischen Gitterbett und Wickeltisch überwiegt aber seit Wochen ein Thema die Gespräche – die Teuerungen. Die Familie hat erst kürzlich ihr Haus in Klein-Pöchlarn fertiggestellt, laufende Kosten belasten sie folglich permanent. Die Teuerungen von Lebensmittel, Strom und Sprit reißen zudem ein Loch in die Haushaltskasse.

Immer häufiger nimmt Jukic die Kassenzettel des Supermarkts mit nach Hause, um die steigenden Preise gezielt zu verfolgen. „Da fallen einem schon Produkte auf, die man beim nächsten Mal nicht mehr einfach so in das Wagerl schmeißt“, sagt sie. Gerade bei Produkten, die Jukic mehrmals wöchentlich kaufen muss, wie etwa Obst oder Brot, seien die Teuerungen spürbar. Ein normaler Einkauf kostet ihr nunmehr zwischen 50 und 60 Euro, zuvor hätte sie etwa nur 30 Euro gezahlt: „An der Kasse schreckt’s mich dann“, gesteht sie.

"Versuchen unnötige Strecken einzusparen"

Ausflüge wie in den Tiergarten Schönbrunn oder ins Kino, gehören für die Familie zur Routine. Doch die bedenkenlose Freizeitplanung wird durch die Inflation gebremst. Die steigenden Spritpreise lassen Zaklina und ihren Mann zweimal überlegen, ob ein geplanter Trip tatsächlich notwendig ist. „Viele unnötige Strecken versuchen wir nun einzusparen. Wir unternehmen derzeit vielmehr in der Gegend“, erzählt sie.

Zwecks Gemütlichkeit bestreitet die Familie Langstrecken lieber mit dem Auto, aufgrund des Preisanstiegs fiel die Wahl zuletzt vermehrt auf den Zug. Anstatt Fahrten ins Kino, kommen der heimische Beamer und die Leinwand häufiger zum Einsatz.

Die Alternativen zu einer Autoreise an die kroatische Küste wägt die Familie besonders genau ab. Normalerweise befinden sich Zaklina Jukic und ihr Mann um diese Zeit bereits mitten in der Urlaubsplanung, doch heuer brauchen sie etwas mehr Zeit zum Grübeln. Auf eine gemeinsame Reise möchte die Familie nach zweijähriger Urlaubspause aber dennoch nicht verzichten. Ob eine Autoreise an die Adria dieses Jahr leistbar ist, weiß Jukic noch nicht: „Wir schauen schon, dass wir die Preise vergleichen, und ziehen Flug oder Zug in Erwägung.“

Verließ Jukic kürzlich noch ohne Bedenken das Haus, baut sie derzeit immer einen letzten Rundgang ein. Die steigenden Strompreise belasten die Familie, auf das unnötig eingeschaltete Licht achtet die zweifache Mutter deshalb umso penibler. Auch der Trockner bleibt indes häufig ausgeschaltet, um eine hohe Stromrechnung abzufedern: „Da macht man dann lieber ein paar Handgriffe mehr, wenn es finanziell wehtut“, weiß die 26-Jährige.

Hohe Kosten erfordert Sparen in vielen Bereichen

Vor kleinen Einsparungen aufgrund der Kostensteigerungen macht die Mutter ebenso nicht halt – sofern dies möglich ist: „Bei Einkäufen kann man nicht so viel sparen, Dinge wie Wurst oder Milch braucht man einfach“, schildert sie. Manche Investitionen vertagt die Familie vorerst. So legen sie das geplante Carport aufgrund der hohen Materialkosten einstweilen auf Eis, die Installation einer PV-Anlage streben sie aber in nächster Zeit an.

So kann hohen Stromkosten entgegengewirkt werden. Im Monat ergeben sich für Jukic etwa 300 bis 400 Euro Mehrkosten, ein möglicher Aufwärtstrend bereitet ihr Sorgen: „Das Problem ist, dass die Kosten steigen, aber die Einnahmen gleichbleiben, das ist eine Spirale nach unten“, sagt sie. Die abendliche Routine im Kinderzimmer lässt 

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