Texingtal

Erstellt am 03. März 2018, 05:00

von Markus Glück

Dollfuß-Museum: Zum 20. Jubiläum kritisch beleuchtet. Anlässlich des diesjährigen Jubiläumsjahres will sich Gemeinde mit umstrittenen Texinger erneut auseinandersetzen.

 |  zVg

Anlässlich des Gedenkjahres zu 100 Jahre Republik Österreich und dem Jahr 1938 mit der Machtergreifung Hitlers will sich die Gemeinde Texingtal auch kritisch mit dem Erbe von Engelbert Dollfuß auseinandersetzen.

Im Juni 1998 eröffnete die Gemeinde für den 1892 in Texing geborenen Begründer des austrofaschistischen Ständestaates und ehemaligen Bundeskanzlers in seinem Geburtshaus ein Museum. Das 20. Jubiläum der Eröffnung will VP-Bürgermeister Gerhard Karner auch als Anlass nehmen, sich mit der umstrittenen Person Dollfuß auseinanderzusetzen und sein Wirken abermals zu beleuchten.

„Wir müssen diese Jubiläumsjahre nutzen, um uns mit unserer eigenen Geschichte zu beschäftigen“, erklärt Karner, der auch eine Lanze für das Dollfuß-Museum bricht: „Dort wird das Historische gut erarbeitet und kritisch behandelt. Wir müssen die Thematik immer wieder diskutieren und aus den Fehlern der damaligen Zeit lernen.“

„Es gibt nichts Furchtbareres als diese Zeit. Jedem, der darüber anders denkt, dem empfehle ich einen Besuch in Auschwitz.“Gerhard Karner, Bürgermeister

Das hohe Standing des Museums zeigt für Karner auch, dass es aktuell drei Leihgaben für das Haus der Geschichte in St. Pölten gibt. Und angesprochen auf die Vorfälle rund um das NS-Liederbuch von FP-Landtagskandidaten Udo Landbauer, appelliert der Ortschef, sich mit der eigenen Geschichte intensiv zu beschäftigen: „Es gibt nichts Furchtbareres als diese Zeit. Jedem jungen Menschen, der darüber anders denkt, dem empfehle ich einen Besuch in Auschwitz“, zeigt Karner absolut kein Verständnis, warum noch heute Menschen dieser Zeit nachtrauern. Zum Jubiläum des Museums ist für Juni vonseiten der Gemeinde und des Museums ein eigener Festakt mit hochkarätigen Gästen geplant.