Bezirk Melk: Mehrere Hühner in Verschlag verendet. Ein Pensionist ist wegen Tierquälerei angeklagt. Er kümmerte sich nicht um seine Hühner.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 11. Januar 2021 (18:50)
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Sie sind schon ein bis zwei Wochen tot, die Kadaver in verschiedenen Verwesungsstadien, stellt die Amtstierärztin der Bezirkshauptmannschaft Melk fest. Es geht um mehrere Hühner in einem Verschlag in Golling und um eine anonyme Anzeige Anfang Oktober.

„Es tut mir herzlich leid, aber ich kann nichts dafür“

Der Besitzer der Hühner steht jetzt wegen Tierquälerei vor Gericht. Das Wasser war verdreckt, genau wie die Stallung, außerdem soll er die Tiere nicht regelmäßig gefüttert haben, so der Vorwurf.

„Es tut mir herzlich leid, aber ich kann nichts dafür“, sagt der 64-jährige Angeklagte. „Ich habe sie jeden zweiten Tag gefüttert und habe gedacht, sie halten es schon aus. Ich habe Probleme mit den Füßen und kann mich nicht gut bewegen.“

Sein Verteidiger verweist auf den Gesundheitszustand seines Mandanten und sagt, es war diesem für eine bestimmte Zeit nicht möglich, sich um die Tiere zu kümmern, beziehungsweise jemanden zu finden, der das an seiner Stelle tun konnte. Woran genau die Hühner gestorben sind, kann die Ärztin wegen der starken Verwesung nicht sicher sagen, er hätte sie aber jedenfalls aus der Stallung entfernen und das Wasser wechseln müssen.

Der Richter verurteilt den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung mit einer dreijährigen Probezeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Hühner hat der Pensionist jetzt jedenfalls keine mehr. Sollte er in der Zukunft wieder Tiere halten, dann muss er das artgerecht tun.