„Wie schmeckt's wie im Café, Herr Barista?“. Das Homeoffice hält an, die Kaffeehäuser bleiben weiter geschlossen: Michael Scheibenpflug, der „Barista vom Berg“, gibt Tipps, wie der Kaffee zuhause besser schmeckt.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 10. Februar 2021 (04:44)
Michael Scheibenpflug aus Leiben ist Barista aus Leidenschaft.
privat (Scheibenpflug) bzw. Atstock Productions/Shutterstock.com

Egal, ob eine Pandemie gerade das Leben auf den Kopf stellt: Für viele Menschen startet der Tag erst mit einer guten, heißen Tasse Kaffee. Angesichts von Homeoffice und geschlossener Gastronomie müssen Liebhaber des vollmundigen Wachmachers selbst zu Kaffeemaschine und Milchschäumer greifen.

„Mit Siebträgermaschinen oder Vollautomaten bringt man schon gute Ergebnisse zustande. Es gibt aber doch einige Kniffe, um den Kaffee Zuhause zu verbessern“, sagt Michael Scheibenpflug. Und er weiß, wovon er spricht – nicht nur, weil er an manchen Tagen selbst bis zu 15 Espressi genießt –, sondern weil er als „Barista vom Berg“ sein Hobby Kaffeerösten zum Beruf gemacht hat.

„Seit 2018 konzentriere ich mich voll aufs Rösten. Im Vorjahr habe ich etwa 40 Tonnen Kaffee produziert“, berichtet der Leibener gegenüber der NÖN.

„Ganz wichtig ist, dass man weiß, wie die eigene Kaffeemaschine denn eigentlich so funktioniert.“ Michael Scheibenpflug

Scheibenpflug habe von der Corona-Krise profitiert, wie er sagt: „Auch wenn die Gastro-Einkäufe zum Großteil weggefallen sind, mein Kundenkreis hat sich erweitert. Die Leute legen mehr Wert auf qualitativ hochwertigen Kaffee, ich bin zudem ein 100-prozentiges Bio-Unternehmen.“ Wer aber denkt, mit dem Kauf von ausgewählten Bohnen ist es für den Kaffeehausflair zuhause getan, der irrt. Nur aufs Knöpfchen der Maschine zu drücken, ist übrigens auch zu wenig.

„Ganz wichtig ist, dass man weiß, wie die eigene Maschine denn eigentlich so funktioniert“, verweist der Experte auf das richtige Einstellen des Mahlgrads oder der zugeführten Wassermenge. Wenn der Kaffee etwa zu bitter schmeckt, sei etwa die Mahlung zu fein eingestellt. Das Wasser für die Zubereitung sollte zudem laut Scheibenpflug einen Härtegrad zwischen vier und acht Grad haben. „Eine schöne Crema ist jedenfalls immer ein gutes Indiz dafür, dass man alles gut eingestellt hat“, erläutert der Barista.

Apropos cremig: Scheibenpflug hat auch Tipps für jene Kaffeetrinker, die Cappuccinos mit fluffiger Milchschaumhaube schmerzlich vermissen. „Beim Milchschaum kann man sehr viel falsch machen, aber da gibt‘s einen tollen Trick mithilfe einer Metallkanne“, verrät der Barista. Die Milch dürfe man nie zu heiß aufschäumen. „Wenn man die Metallkanne beim Schäumen noch gut in der Hand halten kann, hat die Milch die richtige Temperatur.“

Geht es nach Scheibenpflug, könne man auf Latte Art – also dem kunstvollen Auftragen des Milchschaums, etwa in Form von Blumen – verzichten. „Es ist nicht wichtig, ob der Milchschaum zum Schluss wie ein Herzerl aussieht. Ist die Crema zum Tassenrand braun und der Schaum in der Mitte schön weiß, passt‘s!“