Interview: Wenn die Motivation zum Sporteln kommt. Sport zählt zu vielen Neujahrsvorsätzen. Was beim Laufen im Winter wichtig ist, erklärt Manks Laufass Mario Sturmlechner.

Von Michael Bouda. Erstellt am 30. Dezember 2020 (03:35)
Sechsmal pro Woche geht Mario Sturmlechner auch im Winter laufen. Haube, Jacke und Handschuhe gehören zur Ausrüstung.
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NÖN: Viele Menschen gehen mit Neujahrsvorsätzen in den Jänner. Traditionell steht da Sport hoch im Kurs und Laufen ist beliebt und ohne viel neues Equipment möglich. Was sollte man beachten, wenn man im Winter mit dem Laufen beginnt?

Mario Sturmlechner: Wenn man neu mit dem Laufen anfängt, sollte man zuerst immer nur wenige Kilometer laufen, zum Beispiel nur fünf, und auch nicht öfter als zwei- bis dreimal pro Woche – am besten immer mit zwei oder drei Tagen Pause dazwischen. Im Winter sollte man auch vor allem nicht zu schnell laufen, wenn die Luft recht kalt ist.

Wie sieht es bei fortgeschrittenen Läufern aus? Wie trainieren Sie selbst während der kalten Jahreszeit?

Sturmlechner: Das ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Ich persönlich gehe im Winter fast täglich, meistens sechsmal pro Woche, laufen. Bei Minusgraden mache ich dabei kein Intervalltraining, sondern nur Grundlagentraining oder etwas schnelleres Ausdauertraining. Damit baue ich die Form auf, um im Frühjahr dann auch wieder vermehrt Intervalltraining machen zu können.

Wie bereitet man sich am besten auf einen Lauf in der kalten Jahreszeit vor?
 

Sturmlechner: Man muss den Muskeln Zeit geben, damit sie warm werden – zum Beispiel durch langsames Einlaufen über die ersten ein, zwei Kilometer, je nach Länge. Da ist auch warmes Gewand wichtig, damit die Muskeln nicht auskühlen, aber natürlich sollte man auch nicht zu warm angezogen sein. Da muss man ein Mittelmaß finden. Für mich persönlich sind eine lange Hose, eine Haube und Handschuhe wichtig. Am Oberkörper trage ich meistens ein Leiberl und eine Jacke und wenn es ganz kalt ist, auch ein Unterleiberl.

Apropos kalt: Gibt es eine Temperatur, ab der man nicht mehr laufen gehen sollte?

Sturmlechner: Für mich persönlich nicht (lacht). Ich gehe auch bei minus zehn Grad rennen. Aber viele Kollegen gehen dann lieber aufs Laufband laufen. Man muss aber eben auf jeden Fall aufpassen, dass man nicht zu schnell läuft.

Was sollte man bei den Laufschuhen beachten?
 

Sturmlechner: Die Schuhe sollte man an die Bodenverhältnisse anpassen. Wenn es rutschig ist, sind sicher Trailschuhe oder Schuhe mit Spikes ratsam. Man sollte jedenfalls aufpassen – in den Kurven hat‘s mich auch schon ein paar Mal erwischt (lacht). Da ist es besser, im Wald im Schnee zu laufen als am Glatteis am Asphalt.

Und nach dem Laufen? Was sollte man bei einem starken Muskelkater machen?
 

Sturmlechner: Nicht laufen gehen. Wenn man gleich wieder drauf losläuft, hat das den gegenteiligen Effekt. Man muss regenerieren, bis sich die Muskelpartien wieder erholt haben. Am besten eine Pause von zwei bis drei Tagen machen, die betroffenen Stellen einschmieren, ein warmes Bad nehmen oder in die Sauna gehen.