Barrierefrei? Die Stadt Melk im Test. Workshop mit BhW zeigte Verbesserungspotenziale in Altstadt auf. Grüne hoffen auf Unterstützung der anderen Parteien.

Von Markus Glück. Erstellt am 09. September 2021 (16:29)
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Die Melker City soll künftigbarrierefreier sein.
Bouda

Im Hinblick auf die Barrierefreiheit in der Melker Altstadt absolvierte Stadträtin Heidi Niederer (Grüne) mit der Bildungseinrichtung „Bildung hat Werk“ eine Tour durch die Innenstadt. Im Rahmen des Workshops, der vier Stunden dauerte, testeten Betroffene die Tauglichkeit der Altstadt im Zusammenhang mit der Barrierefreiheit. „Die Gegebenheiten in unserer Stadt sind sehr schwierig und wir müssen in einigen öffentlichen Bereichen nachbesseren“, resümiert Niederer nach der Tour.

Als Problem nennt die Stadträtin für Menschen mit Beeinträchtigungen etwa die Tür ins Rathaus. Dort fehle ein Leitsystem, zudem bildet die doppelte Türe samt Glaswand ein erhebliches Hindernis für Menschen mit Beeinträchtigungen. „Der Eingangsbereich im Rathaus braucht dringend eine Überarbeitung, gleiches gilt für die Infostelle“, bekundet Niederer. Beim Test stellte sich aber auch heraus, dass es im gesamten Innenstadtgebiet keinen rollstuhlgerechten Bankomat gibt. Niederer will hier rasch Verbesserungen erzählen und lässt dabei auch nicht die digitale Barrierefreiheit, etwa bei der Stadtzeitung „Löwenpost“ oder der Stadt-Homepage außer Acht.

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Heidi Niederer absolvierte Workshop für Barrierefreiheit in der Altstadt.
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Ihr Parteikollege Gabriel Kammerer wünscht sich, dass die Ergebnisse der Begehung künftig in neue Projekte einfließen. Er nennt dabei als Beispiel den Melker Stadtsaal, der für ihn immer noch nicht barrierefrei ist. „Dort ist eine Barrierefreiheit absolut notwendig. Im Nachhinein kostet dies aber sehr viel Geld“, sagt Kammerer, der aber auch die Thematik Kinderwagentauglichkeit ins Spiel bringt. In der kommenden Ausschusssitzung hoffen die Grünen nun auf Unterstützung der anderen Parteien, um rasche Verbesserungen durchzuführen.

In besagtem Ausschuss sowie im Stadtrat erwartet sich ÖVP-Bürgermeister Patrick Strobl einen ausführlichen Bericht samt Details über den Workshop. „Welche Maßnahmen dann im Detail zu setzen sind, bleibt abzuwarten“, meint Strobl. Eines kann sich Strobl allerdings nicht vorstellen: „Ich hatte schon öfters im Rathaus Besuch von Rollstuhlfahrern. Dabei ging es sich immer mit der Rathaustür aus.“ Aus Gesprächen mit der Ortsgruppe des Behindertenverbandes (KOBV) weiß der Stadtchef aber, dass es durchaus einzelne Verbesserungsmaßnahmen in der Stadt benötigt.