Verwirrung über Wachau-Gebühr. Emmersdorfer Politik beschloss, die Idee einer Welterbegebühr zu unterstützen. Laut Land NÖ gibt es diese aber gar nicht.

Von Denise Schweiger und Markus Glück. Erstellt am 21. Oktober 2020 (06:06)
Werden „Passagiere, die die Wachau betreten“ künftig zur Kasse gebeten? In Emmersdorf wurde über die Welterbegebühr diskutiert, vonseiten des Landes heißt es, dass so eine Abgabe nicht in Planung sei. 
Glück

Auch wenn der ehemalige Melker VP-Bürgermeister Thomas Widrich schon 2018 zurücktrat: Sein Wunsch nach einer Solidaritätsabgabe von Touristen für die Tourismusregion Wachau hallt bis heute nach. So auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Emmersdorf. Ein Tagesordnungspunkt befasste sich nämlich mit der geplanten Welterbeabgabe.

„Eine Gebühr für die Wachau ist im Gespräch. Wir sollen das heute einmal besprechen und entscheiden, ob wir diese Idee unterstützen“, erläuterte Bürgermeister Richard Hochratner (Liste „Bürgernahes Emmersdorf“, kurz: BNE) bei der Gemeinderatssitzung. Viel zu diskutieren gab es allerdings nicht: Wie hoch die Welterbegebühr sein wird, sei noch offen. Ebenso, wann sie eingeführt werden soll. VP-Tourismusgemeinderat Franz-Josef Pichler meldete sich mit gemischten Gefühlen zu Wort. Denn laut den vorgelegten Unterlagen soll die Gebühr nur für Schiffstouristen, die die Wachau betreten, fällig werden. „Grundsätzlich finde ich das gut, aber meiner Meinung nach müsse man auch Nächtigungstouristen, die mehrere Tage bleiben, stärker besteuern“, meinte Pichler.

Die Mandatare Emmersdorfs sprachen sich einstimmig für die Einführung einer Welterbegebühr aus.

NOEN

Verwundert über das Vorgehen in Emmersdorf zeigt sich der Vorsitzende der Welterbegemeinden Wachau, der Spitzer VP-Bürgermeister Andreas Nunzer: „Es gibt keine Gebühr und es ist auch keine in Planung.“ Einzig, was es geben wird, dies habe aber nichts mit einer Touristenabgabe zu tun, ist ein neuer Wachaufonds, der von den Gemeinden gespeist wird und Rücklagen in der Höhe von 60.000 Euro bilden soll. „Die restliche Summe soll für Projekte in der Region verwendet werden“, betont Nunzer. Zudem fügt er auch hinzu, dass die Einführung einer Abgabe auch nicht im Zuständigkeitsbereich der Gemeinden liege. „Das ist Entscheidung des Landes und ist derzeit nicht in Planung.“

Aus dem Wirtschaftsressort des Landes NÖ heißt es, dass in der aktuellen Lage eine zusätzliche Abgabe, die Gäste und Gastgeber belastet, „sicher kein Thema“ sei. „Wir überlegen aber weiterhin, welche Maßnahmen sinnvoll wären, um die Gästeströme in der Wachau – für die Zeit nach der Corona-Krise – sinnvoll zu lenken.“

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