Radtour anstelle der Flugreise im Bezirk Melk. Radtouren boomen in Zeiten von Corona – und das spüren auch die Händler. Tipps für die Saison auf zwei Rädern.

Von Lisa Schinagl und Denise Schweiger. Erstellt am 07. April 2021 (05:01)

Egal ob Mountainbike, Rennrad, City-Bike oder E-Bike – das Frühjahr 2021 spornt viele an, wieder in die Pedale zu treten. Wie keine andere Sportart erfreut sich das Radfahren Pandemie-bedingt noch größerer Beliebtheit. Auch im Bezirk Melk zieht es immer mehr Menschen zum Fahrradhändler. Doch wer sich in diesem Jahr ein neues Rad zulegen möchte, muss erst einmal geduldig sein.

„Die Nachfrage nach Rädern ist groß, der Nachteil ist aber, dass es keine mehr gibt“, erklärt Christian Steindl von Bikeshop Steindl in Marbach an der Donau. Der Grund dafür liegt aber keineswegs bei den Händlern, denn die Hersteller haben mit Lieferengpässen zu kämpfen, verrät er.

Die fehlenden Ersatzteile lassen die Produktion zum Leidwesen der Fahrradgeschäfte vorerst stillstehen. Diese müssen in der Folge einige ihrer Modelle aus dem Programm nehmen, erzählt Steindl.  Neben dem klassisch gesundheitlichen Grund beruht die erhöhte Abnehmerzahl aber auch auf dem voraussichtlichen Ausbleiben der entfernteren Sommerurlaube.

Kürzere Strecken mit dem Rad zurücklegen

„Viele Kunden erzählen, dass sie sich mit dem Geld, das für den Urlaub vorgesehen war, jetzt ein E-Bike kaufen.“ Christian Steindl

Ob man in den Sommermonaten fern der Landesgrenze verweilen kann, ist aktuell ungewiss – in den freien Tagen über Ostern vergangene Woche waren Kurzausflüge das höchste der Gefühle. Anstelle von Hotelbuchungen und Flugtickets werde derzeit demnach in Fahrräder investiert.

„Viele Kunden erzählen, dass sie sich mit dem Geld, das für den Urlaub vorgesehen war, jetzt ein E-Bike kaufen“, schmunzelt Steindl. Dazu komme laut dem Bikeshop-Besitzer, dass die Steuern steigen und auch die Dieselpreise in die Höhe schießen, weswegen kürzere Strecken lieber mit dem Fahrrad absolviert werden. Außer den beliebten E-Bikes sind es aber auch Mountainbikes und Citybikes, die besonders stark nachgefragt werden.

So divers wie die Fahrradmodelle sind auch die Routen im Bezirk Melk: Jedes Jahr lockt der Donauradweg tausende Radfahrer durch die Gemeinden entlang der Donau. Auf der Etappe zwischen Klein-Pöchlarn und Marbach befindet sich allerdings momentan eine Baustelle: Dieser Abschnitt des Treppelwegs wird seit März totalsaniert. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Mitte Mai andauern – bis dahin werden Radfahrer über die Brücke Pöchlarn bzw. über das Kraftwerk in Ybbs an das rechte Donauufer umgeleitet, zum Teil kann der Drahtesel durch das Baustellenareal geschoben werden.

Ybbstalradweg aktuell noch im Winterschlaf

Während es entlang der Donau so gut wie keine Erhebungen gibt, kommen passionierte Mountainbiker im Norden des Bezirks, im südlichen Waldviertel, auf ihre Kosten. Die Gemeinden Yspertal, Pöggstall, Raxendorf, Münichreith-Laimbach, Hofamt-Priel und Persenbeug-Gottsdorf sind Teil der „Arbeitsgruppe Mountainbike Waldviertel“ und es gibt in dieser Region zahlreiche Strecken.

So etwa die Riederberg-Strecke – eine Tour, die sich für Biker mit guter Kondition eignet: In drei Stunden führt die rund 31 Kilometer lange Strecke ausgehend von der Laimbacher Volksschule über Pöggstall, Ulrichschlag und Gmaining wieder retour nach Laimbach.

Wer die frühlingshaften Tage dafür nutzen will, den Ybbstalradweg zu erkunden, muss sich allerdings noch ein wenig in Geduld üben: Die beliebte, 107 Kilometer lange Route zwischen Ybbs von der Donau bis Lunz am See befindet sich aktuell noch – zum Teil – im Winterschlaf. Die Strecke zwischen Waidhofen an der Ybbs und Lunz bleibt bis voraussichtlich Donnerstag, 15. April, gesperrt. Während der Wintersperre sind nur Streckenabschnitte mit gemeinsamen Straßenverkehr befahrbar.

Bevor Radler die Motivation packt und sie ihre Bikes aus dem Keller holen, liefert Christian Steindl vom Marbacher Bikeshop aber noch ein paar Tipps, damit die Fahrradsaison losgehen kann. Er empfiehlt, im Besonderen die Bremse zu kontrollieren: „Immerhin solle man sich jederzeit auf sie verlassen können.“

Der richtige Zeitpunkt für derartige Reparaturen sei für ihn ebenfalls einfach festzustellen: „Wenn die Bremse quietscht, sollte man schnellstmöglich zum Mechaniker.“ Wer seinem Rad lieber eine Rundumerneuerung verpassen möchte, sollte laut Steindl am besten einen Termin beim Fahrradhändler vereinbaren und ein adäquates Service durchführen lassen. 

Aktuelle Umfrage

  • Seid ihr mit dem Radwege-Netz in eurer Region zufrieden?