Automarkt: Der Motor stottert auch im Bezirk Melk. Um über ein Fünftel weniger Pkw-Zulassungen gab es im Bezirk Melk im vergangenen Jahr. Hoffnung auf Besserung.

Von Michael Bouda. Erstellt am 27. Januar 2021 (05:29)
Symbolbild
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Die schlechteste Bilanz seit 36 Jahren weist der niederösterreichische Automarkt auf. Die Corona-Krise hat auch im Bezirk Melk tiefe Spuren hinterlassen: Waren es 2019 noch knapp über 2.400 neue Pkw-Zulassungen, musste sich die Branche 2020 mit rund 1.880 neu zugelassenen Pkw begnügen – eine Reduktion von über einem Fünftel.

Was die einzelnen Marken betrifft, steht im Bezirk einmal mehr VW klar am obersten Treppchen, gefolgt von Skoda, Seat und Ford (siehe Grafik). Den Großteil mit fast der Hälfte machten dabei Benziner aus, der Diesel-Schnitt lag mit knapp 37 Prozent leicht über dem landesweiten und gut 16 Prozent der Neuzulassungen waren entweder rein elektrisch oder eine Form von Hybrid-Antrieb.

„Ich glaube trotzdem, dass dieses Jahr etwas stärker wird als 2020, dass mehr Pkw zugelassen werden.“ Walter Eigenthaler

Den deutlichen Rückgang bekam auch Walter Eigenthaler, Geschäftsführer vom Autohaus Ford Eigenthaler mit Standorten in Texingtal und Pöchlarn, zu spüren. Sogar rund 30 Prozent habe dieser laut Eigenthaler bei den Pkw betragen. Allerdings nicht nur aufgrund der Pandemie, wie er erklärt. „Ich glaube, es wäre 2020 auch sonst zu einem Rückgang gekommen, weil es eine gewisse Verunsicherung bei Kunden gibt, wie es mit der E-Mobilität weitergeht.“

Die Verluste konnte das Autohaus Eigenthaler aber bis zu einem gewissen Ausmaß kompensieren: Die Marke Ford lag österreichweit erstmals auf Platz eins bei den Nutzfahrzeugen, 2020 verzeichnete Eigenthaler in diesem Segment mehr Zulassungen als 2019. „Dadurch war es insgesamt statt der 30 Prozent ein Rückgang von 20 Prozent“, erklärt Eigenthaler, dass die Mehrverkäufe bei den Nutzfahrzeugen die Verluste bei den Pkw-Neuzulassungen etwas ausgleichen konnten.

NOEN

Nicht ganz so hart traf es das Autohaus Schmal, das in Kilb und Traisen (Bezirk Lilienfeld) neben Audi, Seat und Skoda auf VW-Fahrzeuge spezialisiert ist. „Die Krise war schon spürbar, sie war aber nicht so ausgeprägt wie bei größeren Händlern“, verweist Geschäftsführer Bernhard Schmal auf etwa zehn bis 15 Prozent weniger Pkw-Neuzulassungen.

Der – mildere – Rückgang sei dabei nicht alleine auf fehlende Käufe zurückzuführen. „Es hat sich sehr viel ins neue Jahr verschoben, weil es zum Beispiel auch Lieferschwierigkeiten gab“, spricht Schmal an, dass auch die Kfz-Produktion durch die Pandemie in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Dass in seinem Unternehmen der Einbruch nicht so spürbar war, führt Schmal auf das Mobilitätsbedürfnis im ländlichen Raum zurück, wo ein eigenes Auto bedeutsamer ist als in der Stadt. „Wir haben stark gemerkt, dass die Menschen nach dem ersten Lockdown in Mobilität investiert haben.“

Prognosen, wie sich der Markt weiter entwickeln wird, seien laut Schmal „wirklich schwierig“: „Zumindest mehr Planbarkeit wäre gut“, sagt der Unternehmer. Eigenthaler rechnet für 2021 mit positiven Zahlen. „Der Pkw-Absatz ist schwierig einzuschätzen. Ich glaube trotzdem, dass dieses Jahr etwas stärker wird als 2020, dass mehr Pkw zugelassen werden.“ Die Erhöhung der NoVA werde sich dabei vor allem im Bereich der Nutzfahrzeuge auswirken.

Im Pkw-Bereich deutet alles darauf hin, dass sich 2021 der Trend in Richtung elektrischer und Hybrid-Antriebe fortsetzt. Eigenthaler erwartet hier eine weitere Zunahme: „Das Thema E-Mobilität ist nicht mehr wegzudenken. Die Nachfrage und auch das Angebot werden größer.“ In dieselbe Kerbe schlägt Schmal aus Kilb: „Elektroautos sind sehr stark nachgefragt und keine Nische mehr. Sie werden zu einer immer wichtigeren Stütze in unserem Produktportfolio.“

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