TU-Techniker messen extrem trockene Böden. Wie trocken die Böden in Österreich nach der lang anhaltenden Hitze sind, zeigen nun Messungen von Technikern der TU Wien. Die Wissenschafter haben kürzlich in Petzenkirchen im Bezirk Melk eine Reihe von Mess-Stationen aufgestellt.

Erstellt am 09. August 2013 (12:16)
Erste Ergebnisse zeigen nun, dass der Boden momentan so trocken ist, dass selbst ein starker Regenguss wie vom vergangenen Sonntag nur wenig in die Tiefe eindringt. Der Großteil des Niederschlags fließe oberflächlich ab, berichteten die Wissenschafter.

60 Hektar großes Areal zur Bodenuntersuchung

Zur Messung der Bodenfeuchtigkeit tasten Satelliten den ganzen Globus mit Mikrowellen ab. Um die errechneten Daten überprüfen zu können sowie an Ort und Stelle noch mehr über Bodenfeuchte zu lernen, haben die Wissenschafter des TU-Departments für Geodäsie und Geoinformation im Hydrological Open Air Laboratory (HOAL) in Petzenkirchen 17 neue Mess-Stationen mit je vier Feuchtigkeitssensoren installiert.

Bei dem Labor handelt es sich um ein 60 Hektar großes Areal, das von der TU Wien in Kooperation mit dem Bundesamt für Wasserwirtschaft seit Jahren hydrologisch genau untersucht wird.

Feuchtigkeitsmessungen in vier Tiefen-Stufen

„Wir messen die Feuchtigkeit in 5, 10, 20 und 50 Zentimetern Tiefe“, so Mariette Vreugdenhil vom Department für Geodäsie und Geoinformation. Sensoren senden die Daten dann zum Bundesamt für Wasserwirtschaft, wo auf die Messergebnisse zugegriffen werden kann. Zusätzlich entnimmt die Wissenschafterin Bodenproben und misst deren Feuchtigkeit im Labor.

Beim Durchzug der Gewitterfront am vergangenen Sonntag (4. August) fielen innerhalb von 30 Minuten 18 Millimeter Regen. Die trockenen, lehmigen Böden im HOAL konnten davon aber nicht einmal die Hälfte (7 Millimeter) aufnehmen.

„Der Großteil des Wassers fließt direkt an der Oberfläche ab oder verdunstet. Die tieferen Bodenschichten profitierten von diesem Regenereignis nicht. Sie trocknen noch immer weiter aus“, so Vreugdenhil. Um die Feuchtigkeit auch in tiefere Schichten zu bringen, wäre eine längere, ausgiebige Regenperiode mit geringeren Niederschlagsintensitäten notwendig.