Melker Politiker: „Corona ist nicht ohne“. Alois Schroll (SP) und Karl Moser (VP) waren beide mit dem Coronavirus infiziert. Mit der NÖN sprachen sie über die Erkrankung und ihre Auswirkungen.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 07. Oktober 2020 (05:24)
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Der Ybbser Alois Schroll überstand ebenso wie Karl Moser aus Yspertal eine Corona-Erkrankung.
Glück/Jöger

Seit Ausbruch der Pandemie zählt der Bezirk Melk knapp 360 Personen, die positiv auf den Coronavirus getestet wurden (Stand Dienstagfrüh). Zwei, die die Krankheit mittlerweile überstanden haben, sind der Ybbser SP-Bürgermeister und Nationalratsabgeordnete Alois Schroll und der Yspertaler VP-Landtagsabgeordnete Karl Moser.

Nach dem positiven Covid-Test hatte Schroll zunächst einige Tage gar keine Symptome, danach setzten diese allerdings für gut vier Tage ein: Fieberschübe bis 38,5 Grad sowie massive Schlaflosigkeit. „Ich konnte einfach nicht mehr schlafen und habe es in vier Nächten auf nur zwei Stunden Schlaf geschafft. Das geht an die Substanz und die Psyche“, erzählt Schroll von seiner Covid-Erkrankung. Der Ybbser hatte aber keine klassischen Covid-Symptome, wie den Verlust des Geruchssinns oder Atemnot. „Es fühlte sich wie eine Grippe an, mit dem großen Unterschied, dass kein Medikament, etwa bei der Schlaflosigkeit, geholfen hat“, blickt Schroll zurück.

Nach dem Ende der Quarantäne hat der Virus bei Schroll aber dennoch nachgewirkt: „Ich habe sechs Monate extrem aufgepasst und mich dennoch infiziert. In mir hat der Virus ein generelles Umdenken ausgelöst und auch gezeigt, welcher Gefahr Politiker ständig ausgesetzt sind.“

Umdenken nach der Corona-Erkrankung

Aufgebaut haben Schroll viele Anrufe und WhatsApp-Nachrichten, allerdings merkte er auch die Stigmatisierung von Covid-Erkrankten. „Wie viele Tageszeitungen über meine Erkrankung berichtet haben, war absolut nicht schön“, betont der Ybbser.

Auch Karl Moser, VP-Landtagsabgeordneter aus Yspertal, hat aus der Corona-Infektion seine Lehren gezogen. „Man hört und liest – etwa auf Facebook – ja immer wieder, dass das Virus nicht so schlimm sei. Man darf es aber auf keinen Fall verharmlosen“, möchte er klarstellen. Auch bei ihm verlief Covid atypisch – er klagte nicht über den Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn oder Fieber. „Ich hatte Gelenkschmerzen und starkes Kreuzweh“, erzählt der Yspertaler. Ganz erholt habe er sich trotz Genesung und Aufhebung der Quarantäne noch nicht, wie Moser betont: „Seit ein paar Tagen spüre ich Nachwirkungen, die Müdigkeit setzt schneller ein und mir wird auch schnell heiß“. Der VP-Politiker appelliert: „Man muss vorsichtig sein, Corona ist nicht ohne.“