Strobl gegen Schroll: Die Nerven liegen blank. Bürgermeisterkollegen aus dem Bezirk Melk beflegelten sich auf Facebook. Nach stundenlanger öffentlicher Diskussion droht Schroll VP-Pressesprecher Haslauer mit Klage.

Von Markus Glück. Erstellt am 30. September 2020 (05:08)

Die angespannte Coronasituation im Bezirk erhöht auch den Blutdruck mancher Bezirkspolitiker.

Nicht anders ist es zu erklären, dass sich über das Wochenende Melks VP-Bürgermeister Patrick Strobl, der Ybbser SP-Bürgermeister Alois Schroll, Melks SP-Stadtrat Jürgen Eder sowie der Landessprecher der ÖVP NÖ, Günther Haslauer, ein hitziges Wortgefecht auf Facebook lieferten.

Die Debatte ging so weit, dass jetzt auch Klagen wegen Verleumdung und Rufschädigung in der Luft liegen.

Auslöser war der NÖN-Onlineartikel (siehe unten) über die Gefahr, der Bezirk könne bald anstelle von „Orange“ auf „Rot“ eingestuft werden:

Dabei warnte Strobl vor den Folgen für die Tourismusstadt Melk. Eine Warnung, die wiederum Schroll in Rage brachte, er sprach von Panikmache und Verunsicherung der Betriebe. Strobls Konter? „Steht Kollege Schroll mal nicht im Rampenlicht, fährt er sofort wieder seine Krallen aus.“

Ein wortgewaltiger öffentlicher Meinungsaustausch zwischen Schroll und Strobl war die Folge, zum Erstaunen und Kopfschütteln vieler Bezirksbürger. Den Deckel setzte dann aber Haslauer drauf, der Schroll unterstellte, „Coronapositiv von Event zu Event getingelt“ zu sein.

Für Schroll war damit eine Linie überschritten: „Diese Behauptung ist falsch, wir prüfen rechtliche Schritte.“

Haslauer sieht einer Klage gelassen entgegen, rät Schroll aber, vorab das persönliche Gespräch zu suchen: „Fakt ist, Schroll hat von Verdachtsfällen in seinem Umfeld gewusst und mit diesem Wissen Events besucht. Es steht ihm frei, mich zu klagen, er sollte aber wissen, dass Gerichte Entscheidungen faktenbasiert treffen.“