Tierschutz-Obfrau Löcker: „Möchte vor Ort helfen“. Der St. Leonharder Tierschutzverein „Robin Hood“ engagiert sich international. Obfrau Marion Löcker über ihren jüngsten Einsatz in Rumänien und die Hürden der Pandemie.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 17. April 2021 (05:33)
„Robin Hood“-Obfrau Marion Löcker im Einsatz in Rumänien. Den Streunerhunden wird vor Ort geholfen. Fotos: Robin Hood
Robin Hood

NÖN: Frau Löcker, in der aktuellen Corona-Situation ist es schwer, das Land zu verlassen. Sie waren zuletzt aufgrund eines Ihrer langjährigen Tierschutzprojekte in Rumänien. Wie sehr schränkt die Pandemie Sie und Ihren Verein in der Arbeit ein?

Marion Löcker: Sehr. Unsere Projekte in Grönland, Armenien, im Irak, in Sibirien sind überhaupt nicht erreichbar. Albanien wäre erreichbar, doch lässt eine Reise die momentane Situation der Restriktionen in Österreich nicht zu. Einzig nach Rumänien kann ich als Hilfstransport fahren, via Ungarn als Transit. Ich war Mitte Dezember, im Februar und Anfang März in Reghin, Siebenbürgen und Rumänien.

Was machen Sie dort genau?

Löcker: Seit 15 Jahren unterstützen wir das Tierheim von Lidia Maier. Die alte Dame, mittlerweile ist sie 86, kümmert sich mit ihrer kargen Rente um Streunerhunde. Ich selbst bin seit 1993 in Rumänien aktiv. Das Tierheim war anfangs nur ein Stück Land, ohne gutem Zaun, ohne Gehege. Mittlerweile haben wir ein akzeptables Tierheim daraus entstehen lassen – sogar ein Tierheimauto gibt es.

Wie hat sich über die Jahre dieses Projekt entwickelt?

Löcker: Mit Lidia Maier, dem örtlichen Tierarzt und den Arbeitern verbindet uns eine Freundschaft, das ist wichtig und so etwas entsteht nur durch gegenseitigen Respekt und Anerkennung der Leistungen. Auch hier sind wir weit vom perfekten Tierheim entfernt, sofern es dies überhaupt gibt. Doch wir hören immer wieder, dass es eins der besten in Rumänien ist. Dafür werden wir auch in Zukunft sorgen! Seit einigen Jahren hat auch die Stadtverwaltung auf dem Nachbargrundstück ein Tierheim eröffnet. Um die 300 Hunde sind in beiden Tierheimen und trotz Vermittlung will die Zahl kaum sinken. Wir versuchen, die Vermittlung im Land anzukurbeln, was teilweise schon funktioniert. Und wir haben ein Kastrationsprojekt ins Leben gerufen und gehen in Schulen und halten Tierschutzvorträge.

Wie schafft „Robin Hood“ es vom beschaulichen St. Leonhard aus, international aktiv zu sein?

Löcker: Ich möchte direkt in den Ländern, vor Ort, helfen – Pionierarbeit leisten. In jedem Land gibt es tolle Menschen, die es in ihrer Arbeit und ihrem Engagement zu unterstützen gilt. Ganz wichtig ist es, an der Sache dran zu bleiben.

Dranbleiben – das fällt schwer, wenn Sie aktuell in manche Länder gar nicht einreisen können.

Löcker: Ja, die Situation belastet unsere Projekte schwer, denn ohne vor Ort zu sein, ist es in den meisten Ländern schwierig. Wir stehen mit unseren Projektpartnern in stetem Kontakt, doch immer wieder fragen sie uns, wann ich denn endlich wieder ins Land kommen kann. Ich muss zugegeben, mich belastet das auch psychisch. Mir geht es nicht um in den Urlaub fahren, mir geht es um unsere Tierschutzarbeit.