Süße Knolle: So werden Süßkartoffeln in Ruprechtshofen kultiviert

Mit dem Anbau von Süßkartoffeln gehen Leo Gruber-Doberer und Victoria Lehner in Ruprechtshofen neue Wege.

Erstellt am 17. Dezember 2021 | 06:03
Lesezeit: 2 Min
Leo Gruber-Doberer und Victoria Lehner
Von der Größe einer Karotte bis zu jener einer Zuckerrübe: Die Bio-Süßkartoffeln von Leo Gruber-Doberer (26) und Victoria Lehner (22) sehen nicht nur vielfältig aus, sondern sind auch vielfältig verwendbar. Die Öffnungszeiten für den Ab-Hof-Verkauf finden sich auf Gruber-Doberers Facebook- und Instagram-Seite.
Foto: Michael Bouda

Ursprünglich stammt sie aus Südamerika, heute wächst der Großteil in China und Afrika, doch auch in Ruprechtshofen ist sie mittlerweile beheimatet: die Süßkartoffel. Das zweite Jahr bereits kultivieren Leo Gruber-Doberer und Victoria Lehner die Pflanze mit ihren orangen, manchmal auch rosa, violetten, gelben oder weißen Knollen im Melktal. Warum haben sich die beiden Junglandwirte dazu entschieden? „Weil sie uns schmecken“, schmunzelt Gruber-Doberer. Und: „Sie gelten als wahnsinnig gesund und sind auch durch ihre leichte Süße beliebt.“

Kultiviert wird die Süßkartoffel vorwiegend in den Subtropen und Tropen, die höheren Temperaturen aufgrund der Klimaerwärmung dehnen das Anbaugebiet aber aus. „Ich hatte gelesen, dass es im Weinviertel Versuche gibt, also haben wir vergangenes Jahr parallel zu den Melonen den Anbau auf einer kleinen Fläche ausprobiert“, erzählt Gruber-Doberer. 500 Quadratmeter standen am Beginn, heuer war die Fläche bereits viermal so groß.

Vom Pflanzen bis zur Ernte hilft die ganze Familie mit. Mitte Mai geht es los. „Im Gegensatz zur normalen Kartoffel werden nicht die Knollen, sondern die Pflanzen gesetzt“, erläutert Gruber-Doberer. Der diesjährige Sommer mit viel Niederschlag kam dem „Durst“ der Süßkartoffel zugute. „Das hat sich im Ertrag widergespiegelt“, berichtet Lehner von einer „sehr guten“ Ernte.

Empfindliche Schale verlangt nach Vorsicht

Diese erfolgt im Oktober, zuerst mit einem Siebkettenroder, ehe die Knollen in Handarbeit gesammelt und dann gelagert werden. „Eine Herausforderung bei der Ernte ist, dass die Süßkartoffel eine sehr empfindliche Schale hat, die möglichst wenig verletzt werden sollte“, informiert Gruber-Doberer.

In der Küche ist die Süßkartoffel vielfältig verwendbar: von Pommes frites, Püree und Suppe über Babybrei bis zu Kuchen. „Sie wird ein immer beliebteres Produkt“, sagt Lehner. Das manifestiert sich auch im Absatz der Ruprechtshofner Süßkartoffeln: In vielen Regional- und Biogeschäften sowie Selbstbedienungsläden finden sich die zertifizierten Bio-Süßkartoffeln bereits, zusätzlich werden sie „ab Hof“ verkauft – bis Ende Jänner. Auch in einzelnen Wirtshausküchen in der Region wird schon mit den Knollen aus dem Melktal gekocht.

Und die Süßkartoffel ist nach Ruprechtshofen gekommen, um zu bleiben. Gruber-Doberer: „Am Anfang war sie nur ein Begleitprodukt der Melonen, mittlerweile sind wir aber überzeugt, dass wir sie langfristig anbauen werden.“