Erstellt am 26. August 2014, 07:36

von Michael Unger

Vom Marterl zum Schloss. Die weltgrößte Online-Enzyklopädie erfasst und bebildert alle 37.490 denkmalgeschützten Objekte Österreichs. Im Bezirk Melk fehlen nur noch 47 von 589 Bildern.

Dieses Bild von Schloss Schönbühel erreichte bei »Wiki Loves Monuments 2013« österreichweit den 6. Platz.  |  NOEN, CC-BY-SA-3.0/Gabriella Alleirbag
Seit über drei Jahren arbeiten die österreichischen Mitarbeiter der weltgrößten Online-Enzyklopädie Wikipedia an einem wahren Mega-Projekt: Alle 37.490 denkmalgeschützten Objekte Österreichs sollten nach Gemeinden aufgelistet, beschrieben und mit frei verwendbaren Bildern versehen werden. Was zu Beginn völlig illusorisch schien, könnte nun bald Wirklichkeit werden: Das Projekt befindet sich auf der Zielgeraden.

Sämtliche Denkmäler wurden mittlerweile in der Wikipedia gelistet und mit ihren exakten Koordinaten kombiniert. Außerdem haben heute 91 Prozent der Objekte mindestens ein Bild und 54 Prozent eine Beschreibung. Die 589 Denkmäler des Bezirks Melk liegen dabei mit 92 Prozent Bebilderung und 43 Prozent Beschreibungen in etwa im österreichweiten Schnitt. Anders ausgedrückt: Es fehlen noch bei 47 Objekten Bilder und 337 Beschreibungen.

Ohne Ortskenntnisse tun sich Fotografen schwer

In dieser Phase des Projekts hoffen die Mitarbeiter der Enzyklopädie vor allem auf die Mithilfe der lokalen Bevölkerung. Die noch nicht fotografierten Denkmäler sind teilweise recht versteckt gelegen, beziehungsweise sind die Koordinaten auch manchmal ungenau. Ohne genaue Ortskenntnisse tun sich die Fotografen dann entsprechend schwer. Und auch bei den Beschreibungen ist Unterstützung gefragt. Oft finden sich Informationen zu den Denkmälern nur in lokal von der Gemeinde verbreiteten Büchern, die den Freiwilligen nicht zur Verfügung stehen.

Zur Mitarbeit ist jeder eingeladen (siehe auch unten). Die entsprechenden Listen für alle Gemeinden finden sich in der Wikipedia unter „Liste der denkmalgeschützten Objekte in …“. Im Bezirk Melk sind bereits 31 der 40 Gemeindelistenvollständig bebildert. Die meisten Fotos, nämlich 28, fehlen noch in der Stadt Melk.

Das hat nicht nur damit zu tun, dass Melk mit seinen 193 Objekten die mit großem Abstand meisten Denkmäler aufweist. Sondern vor allem damit, dass das Bundesdenkmalamt erst heuer die Zahl der Denkmäler in der Stadt mehr als verdoppelt hat. Die Melker Altstadt wurde als „Ensemble“ unter Schutz gestellt, und damit jedes Haus im Altstadtbereich zum Denkmal.

Größte Erfolgsgeschichte der deutschsprachigen Wikipedia

Um die fotografische Mitarbeit am Denkmallistenprojekt zu fördern, findet seit 2011 jährlich im September auch der Fotowettbewerb „Wiki Loves Monuments“ statt. Alle von 1. bis 30. September hochgeladenen Bilder von denkmalgeschützten Objekten in Österreich nehmen automatisch daran teil.

Eine Jury bestimmt zunächst die nationalen Gewinner, die besten kommen dann auch in die internationale Wertung. Das Denkmalprojekt hat sich zu einer der größten Erfolgsgeschichten der deutschsprachigen Wikipedia entwickelt. Zahlreiche neue Freiwillige konnten für die dauerhafte Mitarbeit in der Enzyklopädie gewonnen werden.

Fehlende Denkmalbilder im Bezirk Melk

Im Bezirk Melk sind bereits 31 der 40 Gemeinden vollständig bebildert, insgesamt 47 Bilder fehlen aber noch:

  • Alleine 27 Bilder (bei 193 Denkmälern) in der Stadt Melk, siehe auch im Artikel

  • Sieben Bilder in Schönbühel-Aggsbach, darunter welche des Schönbüheler Kriegerdenkmals und Friedhofs sowie dreier kleiner Kapellen in Aggsbach.

  • Vier Bilder in Emmersdorf, allesamt von Bildstöcken. Einer davon, ein Figurenbildstock des heiligen Koloman, ist schwer zugänglich, da er sich in „einer Nische am Kirchenaufgang unter Haus Nr. 64“ befinden soll.

  • Zwei Bilder in Kirnberg an der Mank, von der Kanalbrücke Sattlehen und dem sogenannten „Aufseherhaus“.

  • In Bergland, dem heuer als letzter Gemeinde im Bezirk auch ein Denkmal zugesprochen wurde, fehlt die Wasserburg Wocking noch.

  • In Dunkelsteinerwald fehlt das Bild einer Wegkapelle in Häusling.

  • In Erlauf die spätgotische Balkendecke des Hauses Marktplatz 1.

  • In Marbach ein Foto des Bürgerhauses Marbach 70.

  • In Ruprechtshofen das verfallene Wasserschloss Zwerbach.

Die Listen finden sich unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiProjekt_Oesterreichische_Denkmallisten/Status