Sidl und Bernhuber: Die ersten 100 Tage im EU-Parlament. Günther Sidl und Alex Bernhuber sind nach Einarbeitung in Brüssel angekommen.

Von Markus Glück. Erstellt am 08. Oktober 2019 (04:53)
privat
Die Arbeit im EU-Parlament ist für den Petzenkirchner Günther Sidl und den Kilber Alexander Bernhuber intensiv gestartet.

Auf die ersten 100 Tage als EU-Abgeordnete können die beiden Parlamentsneulinge Günther Sidl (SPÖ, Petzenkirchen) und Alexander Bernhuber (ÖVP, Kilb) zurückblicken. Aktuell sind beide in den jeweiligen Ausschüssen mit den Anhörungen der künftigen EU-Kommissare beschäftigt. Während beide im Ausschuss für Umwelt und Lebensmittelsicherheit sitzen, trennt beide die Anreise nach Brüssel.

„Üblicherweise geht es montags nach der Stallarbeit nach Brüssel. Mir ist wichtig, genügend Zeit in Österreich zu verbringen, zu Hause am landwirtschaftlichen Betrieb und bei Veranstaltungen in der Region“, betont Bernhuber. Der Petzenkirchner Sidl steigt bereits am Sonntag in den Zug nach Brüssel oder Straßburg – sein persönliches Zeichen für den Klimaschutz.

Nach einer ersten Findungsphase startete im Herbst auch die politische Arbeit. Sidl wurde dabei gleich von den Europäischen Sozialdemokraten zum Chefverhandler für ein gentechnikfreies Europa ausgewählt: „Eine Schlüsselposition für die Frage, wie unsere Lebensmittel in Zukunft produziert werden sollen.“ Indes verbucht Bernhuber das Umdenken Österreichs beim Thema Mercosur als Erfolg. Ein anderes Erfolgserlebnis war die Bestätigung der Kommission, dass das von SPÖ und FPÖ im Parlament beschlossene Glyphosat-Totalverbot nicht zulässig sei: „Der Entscheidung ging meine Anfrage voraus.“

Und während sich Sidl noch im Herbst bei der Erstellung im EU-Budget für die regionale Entwicklung einsetzen will, kämpft Bernhuber für eine europäische Lösung der Wolfsproblematik. „Ich erhoffe mir mehr Sensibilität für das Thema und plane eine Anhörung im Ausschuss.“

Sidl: "Verbündete suchen"

Wie schwierig es ist, eigene Themen durchzubringen, zeigte sich aber bereits in den ersten 100 Tagen. „Im Landtag war klar, wie eine Abstimmung ausgeht. Hier muss man sich Verbündete suchen“, meint Sidl. Auch für Bernhuber eine Herausforderung: „Aufgrund der unterschiedlichen Länderinteressen gehen die Meinungen oft auseinander.“

Bei all der politischen Arbeit blieb für beide noch wenig Zeit, um die Vorzüge der europäischen Hauptstadt erkunden zu können. Und während Sidl hofft, die Bruegel-Ausstellung bis Jahresende zu besuchen, hat Bernhuber zumindest gelegentlich die Chance auf einen Smalltalk mit seinem Sitznachbarn Silvio Berlusconi.