In Melk dröhnen wieder die Motoren...

Zahlreiche Leser-Beschwerden über Lärmbelästigung nach Rennwochenende am Ring. ÖAMTC will rechtzeitig informieren.

Markus Glück
Markus Glück Erstellt am 23. September 2021 | 16:30
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Der Wachauring ist seit mehr als 40 Jahren Teil der Region.
Foto: Glück

Die Meisterschaft im Supermoto, eine Zweirad-Rennsportserie, am Wachauring ließ vergangene Woche die Seele einiger Bürger rund um den Wachauring kochen. „Wir Bewohner sind bereits durch die Autobahn lärmgeschädigt. Dann kommt noch das sinnlose Im-Kreis-Fahren am Ring dazu. Es braucht endlich Lärmschutzmaßnahmen“, wünscht sich ein Melker Bürger eine Beschränkung auf ein sinnvolles Maß am Wachauring. Die Renngeräusche hat auch Franz Hahn aus dem Dunkelsteinerwald vernommen: „Es kommt auch sonst vor, dass wir den Lärm hören, üblicherweise aber nicht in dieser Intensität“. Ihm störte vor allem der „Überraschungseffekt“ der Motorengeräusche: „Mit einer Vorabinformation wäre es zumindest möglich, sich darauf einzustellen und nicht durch den Motorenlärm geweckt zu werden“, meint Hahn.

Bereits in den vergangenen Jahren wiesen die Melker Grünen mehrmals auf notwendige Verbesserungen in Bezug auf die Lärmbelästigung durch Rennsport-Events am Wachauring hin. „Mich betrifft die Problematik auch persönlich. Bei der SuperMoto war die Lärmbelästigung durch die Rennen derart hoch, dass es die Geräusche des Rasenmähers aus dem benachbarten Garten übertönt hat“, erzählt Grünen-Gemeinderat Gabriel Kammerer.

Er betont auch, dass derartige Rennen mit dem „Hintergrund der vorliegenden Klimakrise ohnehin nicht mehr zeitgemäß sind“: „Die Betreiber müssen aber jedenfalls dafür Sorge tragen, dass die Bürger nicht unter dem Lärm solcher Rennen leiden – sei es durch andere Motoren oder zusätzlich Lärmschutzmaßnahmen“.

Am Wachauring, der bereits mehr als vier Jahrzehnte im Betrieb ist, hat der ÖAMTC als Betreiber, in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder Lärmschutzmaßnahmen durchgeführt.

SuperMoto-Event gilt als lautestes Spektaktel

Im Laufe der Zeit kristallisierte sich bei normalem Betrieb ohne Rennen ein Lärmrichtwert von 82 Dezibel heraus. Bei Rennbetrieb gelten 96 Dezibel, was Motorsportlautstärke entspricht. Das SuperMoto-Event gilt dabei als das lärmintensivste. Um eine möglichst große Lärmreduktion zu erreichen, installierten die Ring-Verantwortlichen neben Lärmschutzmauern und Sträuchern auch eigene Paneele, die bis zu zwei Dezibel „schlucken“. Wachauring-Leiter Christian Leeb legt Wert darauf, dass man bemüht ist, ein bestes Einvernehmen mit den Anrainern zu haben. „Wir werden in Zukunft auch die Gemeinde vorab informieren, damit diese das an die Bürger weitergeben kann“, geht Leeb auf den Vorschlag von Hahn ein und will den Informationsfluss verbessern. Zwar verstehe er auch die Sorgen der Anrainer, betont aber: „Es gibt maximal vier Rennwochenende im Jahr, wo die Anrainer schon sehr sensibilisiert sind. Durch die aktuellen Entwicklungen werden die Rennserien derzeit tendenziell eher leiser als lauter.“