Thennemayer: „Damit ich kein Sesselkleber bin...“. Nach 30 Jahren als Hürmer Kommandant spricht Roman Thennemayer über Veränderungen, Errungenschaften und Einsätze.

Von Michael Bouda. Erstellt am 07. Februar 2021 (05:49)
ÖVP-Bürgermeister Johannes Zuser, der neue Kommandantstellvertreter Michael Gebhart, Abschnittskommandant-Stellvertreter Jürgen Pitzl, Verwalter Dominik Huber, Abschnittskommandant Manfred Babinger, der neue Kommandant Michael Obruca, ÖVP-Vizeortschefin Birgit Bruckner sowie der ehemalige Kommandant Roman Thennemayer (v.l.).
FF Hürm

NÖN: 30 Jahre waren Sie Kommandant in Hürm. Warum lassen Sie Michael Obruca den Vortritt?

Roman Thennemayer: Wir haben das vorbereitet, damit es eine geordnete Übergabe gibt. Mit meinen Stellvertretern und den Bürgermeistern haben wir in den letzten 30 Jahren viel aufgebaut. Wir haben einen sehr guten Nachwuchs und eine gute Mannschaftsstärke. Deshalb ist es Zeit – damit ich kein Sesselkleber bin.

Werden Sie die Funktion vermissen?

Es ist natürlich eine ungewohnte Rolle, wenn man 30 Jahre angeschafft hat (lacht). Aber ich bin jetzt untergeordnet und fühle mich wohl in der Gruppe. Ich werde mich natürlich gern einbringen und helfen, aber nur, wenn das neue Kommando das auch will.

Können Sie sich nun mehr auf die Rolle als Bezirksfeuerwehrkommandant konzentrieren?

Es ist für mich natürlich schon eine Erleichterung. In Zukunft kann ich sicher noch mehr Zeit für die Arbeit im Bezirk aufbringen.

Wie hat sich das Feuerwehrwesen in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert?

Die Einsatztätigkeit hat sich stark auf technische Einsätze verlagert. Die Feuerwehren haben eine viel größere Verantwortung, die Ausbildung muss viel fundierter sein.

Worauf sind Sie am meisten stolz?

Grundsätzlich bin ich stolz, dass ich 30 Jahre Kommandant sein durfte. Ich möchte mich bei der Gemeinde, der Bevölkerung und der Mannschaft bedanken und wünsche dem neuen Team, dass es genauso viel Unterstützung erhält wie ich. Der größte Meilenstein war das neue Feuerwehrhaus, das wir 2018 eröffnet haben. Worauf ich auch stolz bin, ist der Mannschaftsstand. Als ich 1991 übernommen habe, waren wir 43 Kameraden. Jetzt sind es 93 Mitglieder, 27 in der Jugend und zehn Kinder.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Einsatz als Kommandant erinnern?

Ich war gerade 14 Tage Kommandant, da gab es einen Selchbrand im Dachgeschoß eines Bauernhauses. Zu Beginn konnten wir nur zu zweit hinfahren, ich habe aber die Nachbarfeuerwehr alarmiert und unsere Leute sind dann auch gekommen. So haben wir den Einsatz gut bewerkstelligt.

Gibt es einen Einsatz, den Sie nie vergessen werden?

Einer der größten Brände war der Brand des Strohlagers in Pöttendorf 2015. In Erinnerung bleibt mir aber natürlich auch der Brand in unserer Tischlerei im 98er-Jahr.

Wissen Sie, wie viele Einsätze Sie schon absolviert haben?

Nein, das weiß ich nicht (lacht). Als ich noch nicht Bezirksfeuerwehrkommandant war, war ich natürlich noch mehr dabei, trotzdem bin ich bei fast jedem Einsatz dabei gewesen. Auch als Bezirksfeuerwehrkommandant rücke ich bei Tag und Nacht aus.