Müll als tödliche Gefahr für Tiere: Appell. Jungkuh verstarb an den Folgen eines verschluckten Fremdkörpers. Die NÖN informiert über die Konsequenzen von Littering.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:24)
Die „Mädels“ von Mollendorf am Futtertisch: Landwirtin Barbara Müllner und ihre Familie pflegen mit viel Liebe ihre Milchkühe. Regelmäßig werden die Felder auf Unrat kontrolliert.
privat

Barbara Müllner dreht ihre Runde durch den Acker in Weiten. Da funkelt es zwischen den Grashalmen. Es ist ein leeres Einmachglas, die Etikette verrät den Inhalt: Marillenkompott. „Wie kommt das dahin?“, fragt sich die Weitener Landwirtin, als sie den Müll aufsammelt.

Regelmäßig kontrollieren die Müllners, die seit Generationen in Mollendorf Landwirtschaft betreiben, ihre Felder auf Unrat. „Dosen, Glasscherben oder auch Plastikmüll entdecken wir immer wieder“, berichtet Müllner.

Die Kontrollrunden gelten dem Schutz ihrer 70 Rinder, 35 davon sind Milchkühe – ihre „Mädels“, wie die Bäuerin und ihre Familie sie liebevoll nennen. Im Vorjahr verloren die Müllners aufgrund von Müll eine dreijährige Milchkuh: Das Tier verschluckte einen Fremdkörper – die Landwirte wissen bis heute nicht, was es genau war –, davon trug sie schwere, innere Verletzungen davon.

„Der Tierarzt hat alles versucht, aber es war zu spät. Schlussendlich musste sie geschlachtet werden“, erzählt die Weitenerin. Sie wünsche sich mehr Bewusstsein: „Ich unterstelle wirklich niemandem Bos- oder Dummheit, aber ich denke, den wenigsten Menschen sind die möglichen Auswirkungen von achtlos weggeworfenem Müll bewusst.“

Verheerende Wirkung auf Boden und Wasser

Auch Johannes Kadla, Abfallberater vom Gemeindeverband für Umweltschutz und Abgabeneinhebung (GVU) im Bezirk Melk, ist das Thema Abfall in der Natur ein Anliegen.

„Leider kommt das immer wieder vor. Ich weise mit Nachdruck darauf hin, dass Littering massives Tierleid verursachen kann und auch giftige Substanzen ausgewaschen werden können, die dann in Grundwasser und Boden übergehen und mikrobiologisch betrachtet verheerende Auswirkungen haben“, verweist er etwa darauf, dass ein Zigarettenstummel pro Liter das Wasser so vergifte, dass ein mittelgroßer Fisch nicht mehr darin leben könne.

Normalerweise streifen im Zuge der „Stopp Littering“-Aktion hunderte Bürger durch die Gemeinden, um Abfall von Straßenrändern und Ackerflächen zu sammeln. „Leider wird das aufgrund der Corona-Situation dieses Jahr nur in sehr abgespeckter Form möglich sein“, sagt Kadla. In der Vergangenheit waren jährlich 30.000 Sammler in Niederösterreich unterwegs und entfernten etwa 300 Tonnen Abfall aus der Natur.

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