Pöchlarner Arelape wird Teil von UNESCO-Weltkulturerbe. Jubel in Pöchlarn: 14 Jahre lange Arbeit wurde honoriert. Als Teil des Donaulimes ist die Nibelungenstadt nun Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Von Markus Glück. Erstellt am 30. Juli 2021 (11:52)
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Bei Ausgrabungen entdeckten Archäologen zahlreiche römische Spuren in der Stadt.
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16 österreichische Museen entlang der Donau haben sich, nach jahrelanger Vorbereitung, im Jahr 2019 gemeinsam mit Bayern, der Slowakei und Ungarn als Teil des Donau-Limes für die Erhebung als UNESCO-Weltkulturerbes beworben. Im Mostviertel ist neben dem Römermuseum Wallsee auch Pöchlarn mit dem „Kastell Arelape“ Teil der Bewerbung.

Die Chancen standen damals gut, dass der gesamte Bereich der Donau, an denen sich die wichtigen archäologischen Stätten befinden, in die begehrte Liste aufgenommen werden. Im Sommer 2019 folgte dann ein herber Rückschlag für das Donaulimes-Bewerbungsteam, dem auch der Pöchlarner Obmann des Stadtmuseums, Walter Resch, als Vorstandsmitglied der Museen am Donaulimes, angehört.

Das UNESCO-Welterbekomitee hat der Initiative Österreichs, Deutschlands, der Slowakei und Ungarns zur Aufnahme des Donaulimes auf die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt eine Absage erteilt. Ganz abgefahren war der Zug damals aber noch nicht: Der Antrag wurde zur Überarbeitung zurückgeschickt, 2020 konnte ein neuer Anlauf bei der UNESCO gestartet werden. Zu Wochenbeginn wurde die Entscheidung bei der 44. Sitzung des UN-Komitees im chinesischen Fuzhou abermals vertagt.

Eigentlich stand der Ernennung zum Weltkulturerbe nichts mehr im Wege, kurz vor der Entscheidung stieg Ungarn in einem „beispiellosen Fall“ aus dem Antrag aus. Der Internationale Rat der Denkmalpflege wes darauf hin, dass ohne Ungarn rund 400 Kilometer und damit mehr als die Hälfte der Grenze aus dem Antrag herausgenommen wurden. Nach Diskussionen in China, wurde schlussendlich eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Schon vor zwei Jahren hat ein ähnliches überraschendes Manöver von Ungarn zu einem Aufschub geführt.

Seit Montag tage die Arbeitsgruppe und fällte am heutigen Freitag die Entscheidung.  Nach längerem Tauziehen trägt der Donaulimes ab sofort das Weltkulturerbe-Prädikat der UNESCO.  Der österreichische Limes-Abschnitt über 357,5 Stromkilometer liegt in den Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und Wien. Österreich ist mit 22 Stätten in diesem Welterbe vertreten.

Bei diesen Teilkomponenten in Wien, Ober- und Niederösterreich handelt es sich um unterschiedlichste bedeutende archäologische Fundstätten, die bis heute den Verlauf der antiken Grenzbefestigung mit Kastellen, Wachtürmen und den dazugehörigen zivilen Siedlungen und Verkehrswegen bezeugen. Neben prominent erhaltenen Baudenkmälern, wie etwa dem Heidentor von Carnuntum und nach wie vor sichtbaren Überresten von Befestigungsanlagen, etwa in Tulln, Zeiselmauer oder Traismauer, sind auch im Erdreich verborgene Bodendenkmäler Teil der Welterbestätte.

Der Pöchlarner Walter Resch hörte die freudige Nachricht von der NÖN. "Jetzt reißen wir einen Sekt auf. 14 Jahre Arbeit waren damit erfolgreich", freut sich der sichtlich gerührte Resch. Für Resch steht der Donaulimes und damit auch Pöchlarn ab sofort auf einer Stufe mit Hallstatt, dem Taj Mahal und den Pyramiden in Ägypten.

Mehr dazu in der nächsten Melker NÖN.