Erstellt am 11. Dezember 2014, 15:19

von Walter Fahrnberger

Gleisausbau ist abgeschlossen. Zahlreiche Bürger aus der Region waren am Donnerstagvormittag gekommen, um beim neuen Bahnhof in Neumarkt an der Ybbs den viergleisigen Ausbau der Westbahnstrecke zwischen Amstetten und Ybbs zu feiern.

Personen v.l.n.r.: Oskar Obermeier (Projektleiter ÖBB-Infrastruktur AG), Liselotte Kashofer (Bürgermeisterin der Gemeinde St. Georgen am Ybbsfelde), Franz Wurzer (Bürgermeister der Gemeinde Blindenmarkt), Otto Jäger (Bürgermeister der Gemeinde Neumarkt/Ybbs), Franz Bauer (Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG) und LH-Stv. Wolfgang Sobotka.  |  NOEN, ÖBB
Rechtzeitig zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember wird der Abschnitt zwischen Ybbs und Amstetten Ost in Betrieb genommen. Damit fehlt nur noch die Güterzugumfahrung in St. Pölten, um dieses Jahrhundertprojekt in Niederösterreich abschließen zu können. Das wird dann im Jahr 2017 der Fall sein.

Am Donnerstag hat Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, gemeinsam mit LH-Stv. Wolfgang Sobotka und den BürgermeisterInnen Liselotte Kashofer, Bürgermeisterin der Gemeinde St. Georgen am Ybbsfelde, Otto Jäger, Bürgermeister der Gemeinde Neumarkt/Ybbs und Franz Wurzer, Bürgermeister der Gemeinde Blindenmarkt, den Streckenabschnitt offiziell eröffnet.

Weststrecke – Hauptverkehrsachse Österreichs

Der Ausbau der viergleisigen West­strecke bildet die Basis für ein attraktives Infrastrukturnetz, das die Konkurrenzfähigkeit Österreichs innerhalb Europas sichert. Mit dem Ausbau zur 4-Gleisigkeit werden die Voraussetzungen für die dringend benötigte Erhöhung der Kapazität und der Leistungsfähigkeit der Bahnstrecke geschaffen.

Von den Investitionen in die West­strecke werden noch viele Genera­tionen profitieren. Denn ein modernes, attraktives Hochleis­tungsstreckennetz in Österreich stärkt den Wirtschaftsstandort und bindet Regionen an die österreichischen und europäischen Ballungsräume an. Mit Inbetriebnahme der 4-gleisigen Hochleistungsstrecke zwischen Ybbs und Amstetten Ost ist der 4-gleisige Ausbau der Weststrecke in Niederös­terreich weitgehend abgeschlossen.

Gesamtprojekt Lückenschluss „Ybbs – Amstetten“

Der Abschnitt Ybbs-Amstetten, mit einer Länge von 16,7 Kilometern, ist Bestandteil des 4-gleisigen Ausbaus der Weststrecke und Teil des TEN 17 Korridors, der Donauachse. Der Ausbau dieses Abschnittes stellt den Lückenschluss zur 4-Gleisigkeit zwischen St. Pölten und Linz dar.

Die Bestandstrecke zwischen Ybbs an der Donau und Amstetten wurde dabei um zwei neue Hochleistungsgleise ergänzt. Die bestehenden Gleise wurden erneuert und ebenfalls auf Hochleistungsstreckenniveau angehoben.

Burgstaller Tunnel

Ein markantes Bauwerk entlang der Strecke zwischen Ybbs und Amstetten ist der 2,2 Kilometer lange Burgstaller Tunnel. Der Burgstaller Tunnel wurde mit umfassenden Sicherheitsmaßnahmen für Fahrgäste sowie Mitarbeiter aus­gerüstet. Über die Länge des Tunnels sind drei Sicherheitsausstiege ange­ordnet, welche über das öffentliche Straßennetz zu erreichen sind.

Ybbsquerung

Die Weststrecke quert seit jeher den Ybbsfluss. Die bestehende Brücke wurde komplett abgetragen. Heute führen zwei je 108 Meter lange Stahlbe­tonbrücken über die Ybbs.

Bilanz der Bauarbeiten – beeindruckende Zahlen, Daten, Fakten

  • 2.800 Meter Löschwasserleitung …Unscheinbar im Randweg des Tunnels angebracht, ist die Löschwasserleitung im Ereignisfall nicht wegzudenken, innerhalb kürzester Zeit füllt sie sich mit Wasser.

  • 1,8 Mio. Arbeiterstunden …
    Dazu zählen auch die Arbeitsstunden der Oberleitungsmontage. Eine Person müsste dafür mit einer 40-Stunden-Woche rund 850 Jahre lang arbeiten.

  • 47 Kilometer Bohrpfähle …
    … befinden sich unter der Trasse, einerseits um den Untergrund zu stabilisieren und anderseits bilden sie die Außenwand des Tunnels. Reiht man diese aneinander, entsprechen sie 156 Mal der Höhe des Eiffelturms.

  • 50 Kilometer Schotteroberbau …
    … wurden insgesamt neu verlegt. Das entspricht der Länge einer Seidenfaser aus dem Kokon der Seidenraupe.

  • 22.000 Tonnen Betonstahl …
    … lautet die beeindruckende Zahl über die gesamte Bauzeit. Sie sind so schwer wie 3.000 Elefanten.

  • 6 Kilometer Feste Fahrbahn …
    … wurden im Tunnel- und Wannenbauwerk eingebaut. Für diese Strecke benötigt eine Schnecke zirka zwei Monate.