Plötzliches Aus für Konik Pferde in Loosdorf. In einer Blitzaktion ließ SP-Bürgermeister Thomas Vasku die Vierbeiner abtransportieren.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 10. September 2019 (05:31)
Ho-Ga
Die Konik Pferde sind nun in einem Gestüt in Amstetten untergebracht. Pferdeflüsterer und SP-Vize-Bürgermeister Herbert Haunlieb hofft, dass es ihnen dort besser geht.

Gefahr in Verzug: So titulierte SP-Bürgermeister Thomas Vasku sein Handeln, als er – für seine Oppositions-Kollegen überraschend – die Konik Pferde aus dem Naturschutzgebiet zwischen Melk und Loosdorf neben der B1 abholen ließ.

„In einem kurzen Telefonat teilte er mit, dass die Tiere ab morgen nicht mehr da sein werden“, bestätigt FP-Fraktionsobmann Karl Helm die Aktion. Die Vierbeiner leiden schon seit Längerem an der Hufrehe (Anm.: Entzündung der Huflederhaut), wie auch in einem Artikel im Jänner in der NÖN berichtet wurde.

Die Pferde sollten im Naturschutzgebiet Pielach-Neubach-Ofenloch grasen. Doch ein Überangebot an kräftigem Futter und die damit verbundene geringe Bewegung der Tiere hat zu Entzündungskrankheiten geführt.

Opposition kritisiert Zeitpunkt der Aktion

„Die Krankheit ist ja nichts Neues, warum nicht gleich gehandelt wurde, verstehe ich nicht“, setzt VP-Fraktionsobmann Anton Höllmüller nach. Wenn der Boden nichts für die Pferde ist, hätten sie laut ihm schon früher den Platz wechseln sollen.

„Natürlich waren die Tiere ein netter Anblick, aber wir waren von Anfang an gegen dieses Projekt“, bestätigen beide Obmänner. „Ich musste jetzt einfach die Reißleine ziehen“, bekräftigt der Ortschef seine spontane Aktion. „Sie haben zwar zum Ortsbild Loosdorfs gehört. Aber gerade deshalb können wir nicht länger zusehen, wie ein Tier nach dem anderen an dieser Höllenschmerzen auslösenden Entzündung erkrankt“, gibt er zu bedenken.

"Nicht geschaffen für diese Umgebung"

Einer, der sich seit 2007, also von Beginn an, intensiv um die Koniks kümmerte, ist SP-Vize-Bürgermeister Herbert Haunlieb und Loosdorfs Pferdeflüsterer. „Mir liegt dieses Projekt schon länger schwer im Magen. Wir haben alles versucht, um den Zustand der Tiere zu verbessern. Sie sind nicht geschaffen für diese Umgebung“, sagt er traurig.

Zwei der kranken Tiere aus dem Naturschutzgebiet hatte er schon seit geraumer Zeit bei sich zu Hause aufgenommen und gepflegt. Jetzt, wo auch laut Tierarzt Poulios Vergis Handlungsbedarf für die fünf verbleibenden Pferde besteht, wurde ein Platz in einem Gestüt bei Amstetten gefunden. „Ich bin über das Ende dieses Projektes traurig, aber wir werden andere Tiere finden, die mit den Gegebenheiten zurechtkommen.“