Aus für Perchtenlauf wirft Fragen auf. Organisator Gerhard Steindl sieht Stadtchef Alois Schroll als Schuldigen für das Aus. Dieser spricht von „absoluten Lügen“.

Von Markus Glück. Erstellt am 20. November 2019 (06:21)
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Er galt als Fixpunkt in der Ybbser Vorweihnachtszeit: der Perchtenlauf. In diesem Jahr müssen die Ybbser auf ihren Lauf, der im letzten Jahr rund 1.200 Besucher in die Stadt lockte, verzichten.

Organisator und FP-Gemeinderat Gerhard Steindl hat den Schuldigen dafür bereits auserkoren: „Bürgermeister Schroll hat zweimal zu mir gesagt, dass der Perchtenlauf der Gemeinde zu viel kostet und mir damit die Rute ins Fenster gestellt.“ Für Steindl waren, laut seinen eigenen Angaben, im vergangenen Jahr vier Mitarbeiter des städtischen Bauhofs im Einsatz, insgesamt 23 Stunden, etwa zum Aufstellen von Absperrgitter.

Konfrontiert mit den Aussagen von Steindl spricht Bürgermeister Alois Schroll von einer „absoluten Lüge“. „Er ist an seiner eigenen Schwäche gescheitert. Jeder, der mit mir spricht, erhält Unterstützung. Er benutzt mich als Ausrede, um mich vor der Wahl schlecht zu machen. Er hat mit mir nie geredet und er hat auch keine Anmeldung für die Veranstaltung gemacht“, ärgert sich der Stadtchef.

Gerade die Gemeinderatswahl im Jänner vermutet auch Steindl als Grund für die Absage. „Schroll will es auf die politische Ebene ziehen, weil ich bei der FPÖ bin. Der Perchtenlauf ist aber eine unpolitische Veranstaltung, sonst hätte auch nicht Schroll, sondern ein FP-Funktionär die Eröffnungsrede gehalten“, ärgert sich Steindl.

Für Steindl Besucher und Wirtschaft Verlierer

Der Perchtenlauf-Organisator bedauert den Ausfall für die Ybbser Bevölkerung: „Der Lauf war immer kostenlos und unpolitisch. Nicht jeder Ybbser kann sich Karten für die Ybbsiade leisten.“ Für Steindl sind aber nicht nur die Besucher die Verlierer, sondern auch die Ybbser Wirtschaft. So habe er für den Perchtenlauf alles in der Stadt eingekauft. „Viele Wirtschaftstreibende haben mich kontaktiert und schlagen die Hände über den Kopf zusammen, dass Schroll das Event abgedreht hat“, meint Steindl. Er will im Jänner aber eine kleine Alternative anbieten.

So soll im Seff am 5. Jänner eine Rauhnacht stattfinden. Daneben bietet Steindl an jedem Wochenende in der Adventszeit einen Weihnachtsmarkt im Seff. „Außer am Wochenende, wo der Ybbser Advent ist. Ich will den Ybbsern etwas bieten, keine Gegenveranstaltung machen“, sagt Steindl.