Ybbser Schulzentrum: Droht die Absiedlung?. Diskussionen um Schulumbau des Ybbser Schulzentrums halten an. Bergland und Pöchlarn bekunden Interesse, neuer Schulstandort für Vorzeigeschule zu werden.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:08)
Das Schulzentrum Ybbs wird immer mehr zum politischen Spielball. Jetzt droht sogar der Standortwechsel.
Raimund Bauer

Es war die Ybbser ÖVP, die im Dezember per Dringlichkeitsantrag einen raschen Planungsstart für das Ybbser Schulzentrum voranbringen wollte. So sollten endlich die 200.000 Euro, die bereits für Planungsarbeiten im Budget reserviert sind, auch tatsächlich zum Einsatz kommen.

Berglands Ortschef: Thematik noch nicht konkret

„Wir müssen endlich die notwendigen Schritte für eine zeitnahe Umsetzung setzen. Es darf hier keine Zeit mehr vergeudet werden“, erklärte VP-Gemeinderat Christian Reichhard im Dezember gegenüber der NÖN. Der Antrag wurde zwar mit SPÖ-Mehrheit abgelehnt, machte aber Gemeinden aus dem Umland hellhörig. Immerhin sind 75 Prozent der Umbaukosten gefördert.

Wie die NÖN erfuhr, soll die Nachbargemeinde Bergland bereits Interesse an einem Neubau des Schulzentrums geäußert haben. Das notwendige Grundstück soll ebenso vorhanden sein.

Auf NÖN-Anfrage betont Berglands VP-Bürgermeister Walter Wieseneder, dass die Thematik aktuell noch nicht konkret ist: „Wir sind verwundert über die Diskussionen in Ybbs. Wenn wer näher an uns herantritt, werden wir nach einer Lösung und einen Platz Ausschau halten.“ Im Fall der Fälle sei man laut Wieseneder aber in Bergland „bereit“, ein Projekt umzusetzen.

Nachgefragt in Pöchlarn erläutert VP-Bürgermeister Franz Heisler gegenüber der NÖN, dass es aktuell noch keine offiziellen Gespräche in diese Richtung gegeben habe. „Allerdings ehrt es unsere Stadtgemeinde, in diesem Zusammenhang in Erwägung gezogen zu werden“, sagt er.

Inwieweit der bestehende Standort des Schulzentrums verändert werden könne, gilt es für den Stadtchef ohnehin noch abzuklären. Ressourcen für einen Schulstandort in der Nibelungenstadt gebe es, wie Heisler betont. „Das Thema ist derzeit zwar noch sehr vage, aber die Überlegungen scheint es schon länger zu geben.“

SP-Schachner: „Schule wird nicht abgegeben“

In der Debatte zu Wort meldet sich auch Gemeindebund-Obmann Gerhard Karner: „Alleine, dass über eine Übersiedlung spekuliert wird, ist ein Armutszeugnis für die Ybbser Stadtführung.“

In Ybbs hat die designierte SP-Bürgermeisterin Ulrike Schachner keine Angst um das Schulzentrum. „Wir sind eine Schulstadt und werden die Schule garantiert auch nicht aufgeben. Ich habe auch bereits einen Termin mit dem Direktor ausgemacht.“ Daneben soll es laut Schachner auch einen internen runden Tisch mit der ÖVP sowie eine Schulbesichtigung geben.