Beschwerde über Musik-Aktion: Nun bleibt es still. Günther Oberleitner unterhielt die Ybbser jeden Tag mit Musik. Jetzt wurde ihm der „Stecker gezogen“.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 14. April 2020 (14:18)
Per Lautsprecher ertönte in Ybbs Musik. Damit ist jetzt Schluss.
Oberleitner

Es sollte eine Auflockerung in der Coronakrise sein. Jeden Tag um 18 Uhr spielte Günther Oberleitner, Veranstaltungsunternehmer, diverse Songs per Lautsprecher, um die Ybbser zu unterhalten. „Viele meldeten sich mit Musikwünschen. Die Aktion kam gut an“, berichtet Oberleitner. Allerdings nicht bei allen.

Dass seit dem 15. März für eine Viertelstunde Musik in der Donaustadt ertönte, empfanden einige als störend. „Ich habe erst einen anonymen Anruf bekommen und zwei schriftliche Aufrufe, dass ich das sein lassen solle“, erzählt der Ybbser. Nun hat ihn die Polizei informiert, dass eine Anzeige gegen ihn erstattet wurde. „Wenn es wieder vorkommt, muss ich mit Konsequenzen rechnen. Ich werde die Musik-Aktion nun einstellen“, meint Oberleitner. Dass ihm der „Stecker gezogen wurde“, findet er schade – wie viele Ybbser, die ihren Ärger via Facebook Luft machten.

In den Kommentaren wurde auch SP-Bürgermeister Alois Schroll aufgefordert, Stellung zur Causa zu beziehen. Schließlich stehe die Aktion ja unter dem Motto Zusammenhalt in Ybbs während Corona. „Ich fand die Idee gut, aber wenn sich laut Polizei täglich Personen beschweren, ist das ein Problem. Man muss die gesetzlichen Bestimmungen zur Kenntnis nehmen. Wenn sich jemand gestört fühlt, ist es sein Recht, dies zu beanstanden“, erläutert Schroll.