Nationalratswahl: Showdown um Mandat. Bezirks-SPÖ legt sich auf Alois Schroll als Spitzenkandidaten fest. Funktionäre forderten auch Platz Eins für Bezirk im Wahlkreis 3C.

Von Markus Glück. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:00)
SPÖ
SP-Bürgermeister Alois Schroll wurde zum Spitzenkandidaten gekürt. Günther Sidl bleibt trotz Wechsels nach Brüssel Bezirksobmann.

Durch die vorzeitigen Neuwahlen des Nationalrats müssen die Parteien ihre Wahlkreislisten für die Wahlen im Herbst bereits jetzt festlegen. Für den Wahlkreis 3C (Bezirke Melk, Scheibbs und Amstetten) haben dies die SP-Funktionäre aus Melk und Scheibbs bereits getan. War bei der vergangenen Nationalratswahl die Amstettnerin Ulrike Königsberger-Ludwig Spitzenkandidatin für den Wahlkreis, gefolgt vom Ybbser SP-Stadtchef Alois Schroll, zeichnet sich dieses Mal ein weniger klares Bild.

Durch den Wechsel von Königsberger-Ludwig als Landesrätin nach Niederösterreich folgte ihr im vergangenen Jahr die Gamingerin Renate Gruber in den Nationalrat nach. Proteste aus dem Melker Bezirk folgten, denn dort hätte man lieber den Ybbser Stadtchef Schroll im Nationalrat gesehen.

Bei der letztwöchigen Melker SP-Bezirkssitzung forderten die Funktionäre jetzt die Reihung des Bezirks und damit jene des Bezirks-Spitzenkandidaten Alois Schroll auf den ersten Platz. „Wir wollen den ersten Listenplatz“, stellt SP-Bezirksobmann Günther Sidl klar. Damit hätte der Bezirk nach der Wahl wohl ein Mandat sicher.

Ähnliches fordern aber auch die Bezirke Scheibbs und Amstetten. So wollen die Scheibbser SP-Funktionäre die Nationalratsabgeordnete Renate Gruber auf Wahlkreis-Listenplatz Eins sehen, ähnlich ist es in Amstetten. Kommt es vorab zu keiner Einigung, folgt bei der Wahlkreiskonferenz eine Kampfabstimmung. Will Melk Schroll durchbringen, wird man sich mit dem Bezirk Scheibbs einigen müssen. Betont zurückhaltend gibt sich Schroll: „Es freut mich, dass ich einstimmig gewählt wurde. Alles Andere wird sich bei der Wahlkreiskonferenz zeigen.“

Deutliche Worte gab es bei der Sitzung auch in Bezug auf den Bezirksvorsitz. „Ich bleibe zumindest bis 2020“, betont Sidl. Er hofft, dass damit „für jeden Klarheit“ herrscht: „Wir haben zwei Wahlen vor uns. Darauf sollten wir uns konzentrieren.“