Erster Schritt gegen die „Mautflüchtlinge“. Lkw, die über Region Ybbs fahren, um keine Maut zu zahlen, sagt Stadt den Kampf an. Geheime Verkehrszählung soll Zahlen liefern.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 18. Juni 2019 (04:50)
shutterstock.com/Pavel Chagochkin
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Für SP-Stadtchef Alois Schroll sind die vielen Lkw, die durch Ybbs fahren, eine Zumutung. Er fordert ein Lkw-Verbot von Grein bis nach Ybbs: Per Durchfahrtsverbot will er den zahlreichen „Mautflüchtlingen“, die nur das Stadtgebiet queren, um sich Kosten zu sparen, den Riegel vorschieben.

„Es reicht. Das Verkehrsaufkommen ist enorm – und das wollen wir nun auch schwarz auf weiß festhalten“, sagt Schroll der Lkw-Lawine weiter den Kampf an. Um die Belastung in Zahlen darzustellen, folgt nun eine Verkehrszählung. „Mit effektiven Werten können wir besser argumentieren“, erklärt der Bürgermeister.

Nachdem die Bezirkshauptmannschaft Perg dem Lkw-Verbot eine Abfuhr erteilt hat(die NÖN berichtete), setzen sich die Ybbser und ihre Leidensgenossen in der oberösterreichischen Stadt Grein weiter für das Lkw-Fahrverbot auf der B3 ein. Definitive Zahlen aus Grein gibt es schon: Eine Verkehrszählung zeigte, dass 8.700 Fahrzeuge pro Tag durch die Stadt fahren. Davon sind rund 4.000 Lkw – und mehr als ein Drittel von ihnen sind „Mautflüchtlinge“.

FP-Reitner: „Das Ganze hat doch einen Haken“

Zweifel an dem Sinn einer Verkehrszählung äußerte FP-Gemeinderat Andreas Reitner bei der vergangenen Gemeinderatssitzung. „Das können wir uns sparen. Sieht ein Lkw-Fahrer die Messgeräte, warnt er die anderen und das Ergebnis ist verfälscht“, winkt er ab. Das muss der Freiheitliche laut Schroll allerdings nicht befürchten. „Man wird die Messgeräte nicht erkennen. Und zweitens weiß niemand, wann wir die Zählung vornehmen“, hält der Bürgermeister dagegen.

An insgesamt vier Standorten soll der Verkehr gemessen werden. Nach der Zählung wird das Ergebnis präsentiert. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 13.400 Euro, die Stadt und das Land NÖ teilen sich den Betrag.