Keine weitere Aufnahme: Absage an Flüchtlinge. Stadtchef schiebt Unterbringung von neuen Asylwerbern Riegel vor. Schroll: „Freiwillige nicht überfordern.“

Von Markus Glück. Erstellt am 21. September 2016 (06:00)
Cornelia Pithart/ shutterstock.com
13 Flüchtlinge haben in den letzten Tagen den Friedhof von Unkraut befreit.

Als eine der wenigen Gemeinden übererfüllt die Stadt Ybbs derzeit die Quote bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Als vergangene Woche die zuständige Stelle des Landes bei SP-Bürgermeister Alois Schroll über eine mögliche private Unterbringung von weiteren zwei Flüchtlingsfamilien, etwa zehn Personen, anfragte, schob das Stadtoberhaupt dem Ansuchen einen Riegel vor.

„Wir erfüllen in Ybbs mehr als wir müssten. Irgendwann muss einmal Schluss sein und auch andere Gemeinden sollen ihre Pflichten erfüllen“, erklärt Schroll.

Für den Stadtchef ist die Zahl der Flüchtlinge, die von Freiwilligen derzeit betreut wird, hoch genug. „Irgendwann können auch die Freiwilligen nicht mehr. Es ist außerdem wichtig, dass die, die bereits in der Stadt sind, gut betreut werden und die Integration klappt“, äußert Schroll seine Überlegungen.

13 Asylwerber arbeiten für die Stadtgemeinde

Gegenüber der NÖN stellt er auch klar, dass es keine weiteren Flüchtlinge in Ybbs geben wird: „Das habe ich dem Land auch klar und deutlich mitgeteilt.“

In der Zwischenzeit ist auch die Auflösung des „Dorf des Friedens“ bei der Rotkreuz-Dienststelle fast abgeschlossen. Die dort untergebrachten Flüchtlinge haben Wohnungen im gesamten Bundesland sowie Wien bezogen.

Um den Asylwerbern Einblick in die Arbeitswelt zu geben, hat die Stadtgemeinde 13 Asylwerber für Hilfstätigkeiten aufgenommen. Seit letzter Woche haben diese Personen den Friedhof von Unkraut befreit. Begeistert vom Arbeitseifer der Asylwerber zeigt sich Schroll: „Alle haben genau gearbeitet. Der Friedhof sieht aus wie neu. Die Flüchtlinge zeigten sich glücklich, dass sie damit der Stadt etwas zurückgeben konnten.“

Das Pilotprojekt, bei dem die Flüchtlinge 4 Euro pro Stunde verdienen, soll in den nächsten Wochen in weiteren Straßenzügen fortgesetzt werden.