Stadthallen-Umbau: Mehrheit gegen die Terrasse. Baubeirat erteilt VP-Wunsch nach Gastro am Dach eine Absage.

Von Markus Glück. Erstellt am 30. Januar 2019 (04:33)
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Sie prägte die Diskussion um die Sanierung der Stadthalle wie kein anderes Thema: die Dachterrasse samt Gastrobereich. Jetzt dürfte die Idee von SPÖ, FPÖ und WUY zu Grabe getragen worden sein.

So stellte sich in der vergangenen Baubeiratssitzung zur Stadthallen-Sanierung, in der Vertreter aller Parteien sitzen, heraus, dass die geschätzten Kosten von rund 700.000 Euro für das Vorhaben auf bis zu einer Million Euro steigen werden. Zum Vergleich: Die gesamte Sanierung der Stadthalle kostet laut ersten Angaben rund 7,4 Millionen Euro. Laut NÖN-Informationen war es einzig VP-Stadtrat Ewald Becksteiner – der zweite VP-Stadtrat Harald Ebert fehlte bei der Sitzung –, der sich für den Bau aussprach.

Eindeutige Empfehlung an den Gemeinderat

Gegenüber der NÖN will SP-Bürgermeister Alois Schroll die Sitzungsinhalte nicht kommentieren, er betont aber: „Ich werde bei der nächsten Gemeinderatssitzung dem Gemeinderat die Empfehlung geben, die Dachterrasse samt Gastrobereich abzulehnen.“

Da die Ybbser SPÖ über eine klare Mehrheit im Gemeinderat verfügt, ist das Prestigeprojekt der ÖVP damit wohl endgültig gestorben. „In unserer Stadt ist dieses Vorhaben nicht realisierbar. Wir werden aber nach der Sanierung ein Lokal direkt auf der Donaulände haben, das auch die Menschen anziehen wird“, erklärt Schroll.

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Von einem falschen Spiel im Zusammenhang mit der Dachterrasse spricht hingegen die ÖVP. „Die SPÖ hat das Projekt immer schlecht dargestellt und der Bürgermeister die Kosten absichtlich hoch angesetzt. Auch die Pachtangaben für den Wirten stimmen nicht“, ärgert sich Becksteiner, der das Projekt weiterhin für eine gute Idee hält: „Was mache ich, wenn ich gar keinen Wirten für die Stadthalle finde? Dann fallen die Einnahmen komplett weg.“

Becksteiner betont aber auch, dass das Land Niederösterreich extra 100.000 Euro für das Projekt Dachterrasse zur Verfügung gestellt hat, damit die Stadt ein derartiges überregionales Projekt umsetzen kann.

„Hätten wir weitere 200.000 Euro investiert, wäre das Ganze gelaufen. Wir sind keine Geldverschwender, das Projekt hätte sich auf lange Sicht gerechnet“, ist Becksteiner überzeugt. Er glaubt, dass eine Aussichtsplattform der große Besuchermagnet für die Stadt geworden wäre: „Es wäre keine Konkurrenz für unsere Wirte geworden. Im Gegenteil: Man hätte sich gegenseitig befruchtet.“

Die ÖVP will die Entscheidung der Mehrheitspartei akzeptieren. „Wir haben nichts mitzusprechen. Ich bin aus der Wirtschaft und wenn man investiert, gehören Mut und eine Vision dazu. Beides fehlt der SPÖ beim Stadthallen-Projekt“, meint Becksteiner.