Erstellt am 31. Dezember 2016, 05:00

von Claudia Christ

Zehn Minuten parken kosteten 280 Euro. Geschäftsinhaber sorgt mit Anzeigen wegen Parken am Privatparkplatz für Aufregung: „Habe lange genug zugeschaut.“

Auch außerhalb der Geschäftszeiten ist das Parken auf dem privaten Parkplatz beim Radfachgeschäft in Ybbs verboten. Dieser ist nur Kunden vorbehalten.  |  Christ

Einigen Ybbser Familien flatterte dieser Tage eine ganz besondere „Weihnachtspost“ ins Haus: In einem anwaltlichen Schreiben erhielten sie eine Besitzstörungsklage. Darin werden sie aufgefordert, 282 Euro zu bezahlen.

"Kinder zum Skikurs-Treffpunkt gebracht"

Die Betroffenen hatten allesamt auf dem Privatparkplatz vor dem Radfachgeschäft Posch in der Stauwerkstraße geparkt. „Wir brachten unsere Kinder in der Früh nur zum Skikurs-Treffpunkt beim angrenzenden Therapiezentrum“, so eine betroffene Mutter.

Nicht länger als zehn Minuten hätte die ganze Aktion samt Ausladen der Ski gedauert. Dass sie nun innerhalb von vier Tagen eine so hohe Geldstrafe bezahlen muss, ist für die Mutter mehr als ärgerlich. „Zumal das Geschäft um halb acht in der Früh noch nicht offen hatte, und wir den Kunden nicht den Parkplatz verstellt haben.“

„Ich zahle Miete für den Parkplatz und will diesen auch rund um die Uhr nutzen können.“

Florian Posch, Geschäftsinhaber

Außerdem sollen die „Parksünder“ noch mit einer notariell beglaubigten Unterlassungserklärung samt Vollstreckungsunterwerfung bestätigen, dieses Vergehen nicht mehr zu begehen. Anderenfalls, so im Schreiben des Anwaltes „würde dies zur unverzüglichen Klagsführung gegen Sie führen“.

Geschäftsinhaber Florian Posch dazu: „Seit einem dreiviertel Jahr habe ich jetzt zugeschaut, wie ständig diese Parkplätze von Unbefugten verstellt werden, jetzt ist die Sache halt eskaliert.“

Gleich fünf Autos haben an diesem besagten Morgen seinen Parkplatz blockiert. „Ich bin selbst dadurch zu spät zu einem Termin gekommen“, so Posch. Und weiter: „Wenn das eine Veranstaltung des Therapiezentrums ist, dann sollen die dort parken.“

"Oft genug abgemahnt"

Oft genug habe er in der letzten Zeit die widerrechtlich Parkenden mündlich oder mit einem Zettel auf der Windschutzscheibe abgemahnt. „Ich wurde belächelt und sogar beschimpft. Ich zahle Miete für den Parkplatz und will diesen auch rund um die Uhr zum Aus- und Einladen nutzen können“, ärgert er sich. Für seine Kunden und die Kunden des in den letzten Tagen abgehaltenen Christbaumverkaufes gelte das Parkverbot natürlich nicht.

Auch im angrenzenden Therapiezentrum Ybbs ist das Problem mit dem Privatparkplatz bereits bekannt: „Unsere Mitarbeiter haben dort auch schon öfters ihr Auto abgestellt, deshalb weisen wir diese jetzt immer wieder darauf hin, dort nicht zu parken“, so der Personalvertreter Wilhelm Reiter.

Für die fünf Betroffenen ist das sicherlich nur ein schwacher Trost: Sie mussten noch vor Weihnachten ihr „Lehrgeld“ bezahlen. „Ob eine solche Vorgehensweise für ein Geschäft förderlich ist, bezweifle ich. Sicher ist, dass mir das nicht mehr passieren wird“, so die Mutter.