Bestseller im „Pulverfaß“ seit 25 Jahren? Bacardi Cola!. Zum Jubiläum geben die beiden „Pulverfaß“-Chefs Draxler und Wiesenbacher Einblick in ihren Berufsalltag im Ybbser Nachtleben.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 08. Januar 2020 (04:42)
Baumgartner

„Ich bin verrückt gewesen“, lacht einem Karl „Charly“ Draxler entgegen, fragt man nach seinen Beweggründen, das „Pulverfaß“ zu eröffnen. Der Nöchlinger war ein Quereinsteiger. Früher saß er als technischer Zeichner am Schreibtisch, heute – mitunter ebenso am Schreibtisch – aber für die Buchhaltung für drei Nachtlokale. Das älteste davon ist das „Pulverfaß“: Seit 25 Jahren ist das Kult-Lokal im Piraten-Stil eine Anlaufstelle für Party-Tiger im Bezirk. Warum eigentlich ein Pirat das Logo ziert? „Ich kam inspiriert von einem Urlaub in Spanien zurück“, schmunzelt Draxler. Das „scharfe ß“ bleibt übrigens – trotz Rechtschreibreform.

„Jetzt liegt gerade der stärkste Monat in der Saison hinter uns. Im Dezember ist immer am meisten los“, berichtet der Gründer. Aufgesperrt wird freitags und samstags um 21 Uhr, geschlossen in den Morgenstunden. Spätestens um 10 Uhr vormittags ist aber dann endgültig Sperrstund‘. Früher war Draxler oft einer der Letzten, die das „Faßl“ verließen: „Heute nicht mehr. Meistens bin ich gegen 2 Uhr Früh zu Hause.“ Ganz im Gegensatz zu Tobias Wiesenbacher, Betriebsleiter des „Pulverfaß“. Die beiden haben sich – wo auch sonst? – beim Feiern in Ybbs kennengelernt. Draxler, der gerade auf Personalsuche war, kam mit dem Persenbeuger schnell ins Gespräch, Mittlerweile arbeitet Wiesenbacher schon über zehn Jahre im „Pulverfaß“.

Die Disco-Branche spürt den Klimawandel

Dass sich das Lokal seit 25 Jahren hält, erklärt Draxler mit der guten Lage sowie den vielen Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben keine Probleme mit Drogenkonsum oder Schlägereien“, betont er den Einsatz von Body-Cams und einem routinierten Security-Personal. Zudem bemerke er eine tolle Entwicklung, was das feiernde Volk angeht: „Immer mehr lassen nach dem Alkoholgenuss das Auto stehen.“ Apropos Alkohol: Der ungeschlagene Bestseller an der „Pulverfaß“-Theke ist und bleibt das Bacardi Cola.

In der Disco-Branche sei man laut Draxler mit vielen Herausforderungen konfrontiert. „Ich hatte Bedenken wegen des Rauchverbots, doch die waren unbegründet“, erzählt er, dass beim Eingangsbereich eine Raucher-Lounge entstehen wird. Zudem spüre das „Pulverfaß“-Team die Konsequenzen des Klimawandels. Wenn im Sommer Outdoor-Partys locken, bleiben oftmals die feiernden Massen aus. Draxler: „Und da es länger warm bleibt, dauert es mitunter bis in den Oktober, bis die Leute drinnen feiern.“ Grund zur Sorge haben die beiden deswegen aber nicht. „Unsere Stammgäste kommen sowieso. Und wenn auf den Festen gegen 3 Uhr Sperrstund‘ is‘, haben wir noch offen!“