Kritik an One-Man-Show vor EU-Wahl. Dass VP-Kandidaten der EU-Wahl Alleinvorträge an Schulen halten, schmeckt Opposition nicht. HLUW-Direktor sieht in Infoevent von Othmar Karas kein Problem.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 14. Mai 2019 (05:00)
HLUW Yspertal
Othmar Karas (5. v. l.) war im März zu Gast an der HLUW Yspertal: Liam Piuk, Michael Scharner, Katja Böhm, Gerhard Hackl, Veronika Schroll und Franz Fichtinger (v. l.).

Aufregung herrscht derzeit über ÖVP-Alleinvorträge an Schulen im Vorfeld zur EU-Wahl. Wie das Nachrichtenmagazin „Profil“ berichtete, sprachen an zumindest sieben Schulen in Niederösterreich nur die ÖVP-Kandidaten Lukas Mandl und der Ybbser Othmar Karas.

Ein NÖN-Leser beschwerte sich gegenüber der Redaktion, dass es auch an der HLUW Yspertal zu einem Alleinvortrag von Karas kam. Bereits vor der letzten Europa-Wahl im Jahr 2014 sprach der Ybbser mit den Schülern über die Bedeutung der EU. Im Vorfeld der aktuellen Wahl lud HLUW-Direktor Gerhard Hackl den Ybbser EU-Abgeordneten abermals ein.

Unter dem Motto „Europa – wozu noch? Brexit –Auswirkungen auf Österreich?“ sprach Karas eine dreiviertel Stunde zur Thematik, im Anschluss fand eine Schülerdiskussion statt. Der Pressesprecher von Karas, Daniel Köster, betont gegenüber der NÖN, dass der Vortrag auf ausdrückliche Einladung der Schule erfolgte. „Thema und Format wurden vorgeschlagen“, betont Köster.

„Das war definitiv keine Wahlveranstaltung. Es ging darum, den Schülern die Arbeit der EU näher zu bringen und nicht VP-Inhalte“Direktor Gerhard Hackl

Das bestätigt auch Direktor Gerhard Hackl. Bei Karas‘ Vortrag ging es laut dem Schulleiter nicht um seine politischen Inhalte, sondern generell um die EU als Institution. „Das war definitiv keine Wahlveranstaltung. Es ging darum, den Schülern die Arbeit der EU näher zu bringen und nicht VP-Inhalte“, unterstreicht Hackl.

Kein Verständnis für die Einladungspolitik mancher Schulen in Niederösterreich hat indes der Petzenkirchner EU-Spitzenkandidat Günther Sidl. „Einzelvorträge sind nicht in Ordnung. Es gehören alle Parteien eingeladen, damit diese ihre Sichtweisen darstellen können“, ärgert sich Sidl.

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