Weiche für Zitronensäurefabrik gestellt. Zelking-Matzleinsdorf beschloss Flächenwidmung für Zitronensäurefabrik. Leiben stimmt diese Woche ab.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 28. Februar 2019 (04:21)
Jungbunzlauer
Die Firma Jungbunzlauer präsentierte bei den Info-Events in Leiben und Zelking-Matzleinsdorf Ende September 2018 erstmals ein realistisches Modell der geplanten Fabrik in Bergern (Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf). Dieses entspricht genau der Dimension, wie es in Realität errichtet werden würde, sofern Jungbunzlauer die Baugenehmigung bekommt. Bis die endgültige Entscheidung fällt, werden allerdings noch mehrere Jahre vergehen.

In zwei Einspruchsfristen langten rund 420 schriftliche Einwände gegen die Flächenumwidmung zugunsten der geplanten Zitronensäurefabrik von Jungbunzlauer in Bergern (Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf) ein. Jeden einzelnen Einwand beantwortete Raumplaner Herfrid Schedlmayer. Diese Unterlagen gingen zur Durchsicht und Prüfung gesammelt an das Land Niederösterreich. Und dann schließlich zurück an die Gemeinden.

Mitte Februar legte Schedlmayer den Mandataren von Zelking-Matzleinsdorf die Ergebnisse vor. Auf der Tagesordnung stand nämlich ein zukunftsweisender Punkt in der „Causa Jungbunzlauer“: die endgültige Entscheidung, ob die Flächen auf Gemeindegebiet Zelking-Matzleinsdorf umgewidmet werden. Ohne die nötige Widmung kann die Firma dort schließlich nicht bauen.

„Lärm- und Lichtbeeinträchtigungen sind nicht zu erwarten“

Einstimmig gaben die Mandatare für eine Rückwidmungsvariante grünes Licht. Das heißt konkret – falls der Gemeinderat von Leiben ebenso zustimmt: Zwei Grünstreifen im Norden der Anlage als Sichtschutz, zusätzlicher Grund wird auf Bauland-Industrie gewidmet. In Zahlen ergibt sich ein Plus von 16,6 Prozent als Bauland-Industrie, insgesamt entspricht das einer Fläche von 29,6 Hektar, die industriell genutzt werden können.

Zudem werden auch Flächen in Grünland zurückgewidmet, 2,3 Hektar gehören künftig zum Natura2000-Gebiet. „Mit 2,8 Hektar verdoppelt sich die Waldfläche auf dem Projektgebiet“, erläutert Schedlmayer. Mehrere Gutachten, auch von Naturschutz-Sachverständigen, brachten diese Variante hervor.

Auch auf die Bedenken der rund 420 Kritiker ging der Raumplaner ein. „Es war zwar eine große Anzahl, allerdings behandelten die wenigsten raumordnungsrelevante Themen“, erklärte Schedlmayer. In dem Großteil der Schreiben wurden allgemeine Sorgen rund um Lärm, Geruch und die Zerstörung der Au beanstandet. „Das sind prinzipiell Themen der nachfolgenden Umweltverträglichkeitsprüfung“, berichtete der Raumplaner.

Mit Abstandsmessungen überprüfte er befürchtete Lärm- und Lichtbeeinträchtigungen. „Jene sind nicht zu erwarten. Ebenso wie die Gefährdung von Fauna und Flora.“ Am Donnerstag fällt in Leiben die Entscheidung über die Flächenwidmung. Erfolgt dieser Beschluss positiv, geht die Verordnungsänderung an das Land, ehe sie schlussendlich durchgeführt werden wird.