Am Opernball debütiert: "Ein einmaliges Erlebnis“. Sophie Heindl und Niki Potapow debütierten in der Wiener Staatsoper. Ein Tag, wie er nicht besonderer hätte sein können.

Von Michael Bouda. Erstellt am 25. Februar 2020 (04:32)

Um 10 Uhr läutete der Wecker. „Wir mussten uns ausschlafen, um Kraft zu tanken – es sollte ja bis 5.30 Uhr Früh gehen“, blickt die Matzleinsdorfer Medizinstudentin Sophie Heindl (20) auf den Beginn eines mehr als besonderen Tages zurück. Zusammen mit ihrem Partner, dem Pöchlarner Industriedesignstudenten Niki Potapow (21), debütierte sie am Opernball.

Zwei Stunden nahm das streng vorgegebene Styling von Frisur und Make-up in Anspruch. Potapow machte sich unterdessen auf den Weg nach Wien, um die drei Fräcke, je einen für sich selbst und die beiden stolzen Väter, abzuholen. Nach dem Zusammentreffen im Hotel ging‘s um 16.30 Uhr zu Chanel in die Kärntner Straße zur Make-up-Kontrolle. Darauf stärkte sich das Paar samt Familie in einem Restaurant, ehe um 18.30 Uhr der Einlass in die Staatsoper wartete, um gleich den Orgelsaal für die vorletzte Probe aufzusuchen. Aber nicht ohne Verschnaufpause: Auf Decken saßen die Debütanten in Kleid und Frack, um zu essen und zu trinken. „Picknick-Atmosphäre“, schmunzelt Heindl.

Einzug als eines von 144 Debütantenpaaren

Um 21 Uhr gab‘s die letzte Probe und hinter der Bühne, wo Heindl und Potapow den einen oder anderen Blick auf den Ballsaal erhaschen konnten, hieß es dann warten – ehe es (fast) so weit war. Der Vorhang ging auf und die 144 Paare zogen ein, die dann allerdings noch einmal eine halbe Stunde stehend am Parkett verbrachten. „Das war schon schlimm. Vier sind umgefallen und es war auch bei mir knapp“, war Heindl erleichtert, als die Scheinwerfer dann auf sie gerichtet waren. Bei Fächerpolonaise, Bauernpolka und Walzer triumphierten Heindl und Potapow zehn Minuten lang vor Bundespräsident und Co. „Ich habe versucht, jeden Moment zu genießen und aufzusaugen“, strahlte Heindl unter dem Applaus der 5.150 Ballgäste. „Es war ganz, ganz toll. Ich war mit Glücksgefühlen überströmt.“

Als das Highlight, auf das Heindl und Potapow Monate hingearbeitet hatten, vorbei war, konnten sie den „Ball der Bälle“ richtig genießen. Von den verschiedenen Bars über einen eigens einstudierten Flashmob in der Disco bis zur offiziellen Verabschiedung um 5 Uhr Früh. „Es war ein einmaliges Erlebnis und eine unglaubliche Erfahrung. Leider darf man nur einmal Debütant sein“, würde Heindl „auf jeden Fall“ noch einmal vor rund 2,5 Millionen Fernsehzusehern eintanzen. Ebenso wie Potapow: „Wie Sophie gesagt hat: Es war wortwörtlich ein einmaliges Erlebnis.“