Bürger protestierten gegen Abschiebung. 70 Bürger protestierten gegen Abschiebung von syrischer Familie. Diese stellte jetzt einen Asylantrag für Österreich.

Von Markus Glück. Erstellt am 26. Oktober 2016 (05:00)
Gleiß
Rund 70 Bürger versammelten sich rund um den Pfarrhof, um die Abschiebung der beliebten syrischen Familie zu verhindern. Darunter befand sich auch VP-Ortschef Gerhard Bürg.

Mit einem friedlichen, spontanen Protest gegen die Abschiebung einer syrischen Familie vergangene Woche machte die Bevölkerung aus Matzleinsdorf österreichweit Schlagzeilen.

Nachdem die Abschiebung aufgrund einer Lungenentzündung von Mutter Hala, die zuletzt einige Tage im Krankenhaus verbachte, ausgesetzt wurde, stellen sich nun viele Helfer die Frage, wie es mit der beliebten Familie weitergehen wird.

„Wenn das Gesetz sagt, sie müssen abgeschoben werden, akzeptieren wir es. Es gibt leider auch blöde Gesetze.“

Karl Zeinzinger

Da wenige Tage nach der gescheiterten Abschiebung – die Familie befand sich ein halbes Jahr in Österreich – das Dublin-Verfahren ausgelaufen war, ist jetzt Österreich und nicht mehr Kroatien für das Asylverfahren zuständig.

Vor wenigen Tagen stellte die Familie über die Diakonie einen Asylantrag für Österreich. Da der Vater der Familie, Magid, in Syrien im Sicherheitsbereich arbeitete, machen sich die Helfer Hoffnungen auf einen positiven Bescheid.

Bürgermeister Bürg: "Perfekt ins Dorfleben integriert"

Auch VP-Bürgermeister Gerhard Bürg hofft, dass die Familie weiterhin in Österreich bleiben darf. „Es gibt überhaupt keine Probleme und sie haben sich perfekt in das Dorfleben integriert“, schwärmt Bürg von der syrischen Familie.

Mittlerweile haben neben dem Gemeindeoberhaupt auch die Leiterin des Kindergartens und die Pfarre ein schriftliches Gutachten über die Familie abgegeben.

Karl Zeinzinger, der mit seiner Frau Gabi die Flüchtlingshilfe im Ort koordiniert, betont, dass es den Menschen in Matzleinsdorf um den Verbleib ihrer Freunde geht. „Wenn das Gesetz sagt, sie müssen abgeschoben werden, werden wir uns nicht gegen die Polizei stellen. Es gibt wichtige Gesetze, und es gibt leider auch blöde Gesetze“, meint Zeinzinger zum Asylgesetz.

Indes hoffen die Helfer auf die rasche Einkehr von Normalität. „Magid hat bereits einen Schnuppertag beim Roten Kreuz gehabt. Er war in Syrien Sanitäter und hätte beim Roten Kreuz jetzt reinschnuppern können. Darauf hat er sich schon sehr gefreut“, glaubt Zeinzinger an einen positiven Asylbescheid seiner Freunde.