Diskrepanz um Fotos von Kirche. Pfarrverband untersagt Historiker Fotografieren der Sanierung. Viele Fragezeichen um Projekt.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 07. Mai 2019 (04:59)
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„Für mich ist das schlichtweg ein unchristliches Verhalten“, schüttelt Ludwig Pichler den Kopf. Ein kurzes E-Mail von Pater Lukas, dem örtlichen Pfarrer, sorgt für seinen Zorn. Der Historiker, der laufend über die Geschichte des Melktals informiert, fragte an, ob er Fotos im Innenbereich der Pfarrkirche Zelking schießen darf. Diese ist seit dem 13. Jänner verschlossen, da sie generalsaniert wird. Die Antwort: Ein schriftliches Verbot vonseiten des Paters mit dem Hinweis, dass dies noch im Pfarrgemeinderat behandelt werden muss.

„Ich weiß nicht, warum Pater Lukas mir den Zutritt nicht gewähren will. Seine Entscheidung begründete er ja auch nicht“, meint Pichler. Er hätte die Fotos und Informationen über die Sanierung in der nächsten Gemeindechronik veröffentlichen wollen.

Pater Lukas selbst gab auf NÖN-Anfrage keine Stellung dazu ab. Vonseiten des Pfarrverbandes St. Koloman liefern Klaus Weinfurter und Lisa Funiak einen Grund für das Foto-Verbot: „Der Pfarrgemeinderat hat einstimmig so entschieden, weil Anton Harrer im Einvernehmen mit dem Bundesdenkmalamt von der Pfarre beauftragt wurde, die Generalsanierung zu dokumentieren.“

„Schade!, findet Pichler. Als Historiker hat er besonders großes Interesse daran, was in der Gruft unterhalb der Kirche passiert. Dort sind Mitglieder des Geschlechts der Zelkinger, die einst auf der Schallaburg regierten, begraben. „Ich verstehe nicht, warum aus der Kirchensanierung so ein Geheimnis gemacht wird!“

 Pfarre verspricht baldige Informationen

 Kaum ein Thema polarisiert in Zelking-Matzleinsdorf so sehr wie der Umbau der Pfarrkirche. Was sich hinter den geschlossenen Kirchentoren abspielt, interessiert viele. Infos darüber, was im Zuge der angekündigten Generalsanierung samt Neugestaltung konkret passiert, gibt es zum derzeitigen Stand aber kaum. Weder für die örtliche Politik um VP-Bürgermeister Gerhard Bürg noch auf der Website des Pfarrverbandes oder der Facebook-Seite. Und auch nicht auf NÖN-Anfrage. Bis Februar wollte man die Kirche ausräumen, dies scheint auch erledigt zu sein. Ob die Arbeiten im Innenbereich schon gestartet sind, lässt sich von außen schwer sagen. Weinfurter und Funiak bitten neugierige Bürger um Geduld: „Zurzeit ist vieles noch in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt. Sobald entsprechende Genehmigungen und Bescheide vorliegen, wird es Informationen geben.“

In der letzten Messe vor der Generalsanierung stellte Pater Lukas eine Fertigstellung der Arbeiten gegen Ende des Jahres in Aussicht. Einstweilen finden die Messen in der Kirche Matzleinsdorf statt.