Jungbunzlauer: Kräfte sammeln bis zur Entscheidung

Seit Februar prüfen Richter Beschwerden gegen positiven Baubescheid. Wie halten die Beteiligten das Warten aus?

Denise Schweiger
Denise Schweiger Erstellt am 07. Oktober 2021 | 05:21
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So soll das Werk aussehen.
Foto: Jungbunzlauer

Seit über sieben Monaten beschäftigt sich nun schon das Bundesverwaltungsgericht mit den Beschwerden gegen den positiven Bescheid für die geplante Zitronensäurefabrik im Bezirk Melk. Zuletzt sorgte das Jungbunzlauer-Stammwerk im Bezirk Mistelbach für Schlagzeilen – Wolfgang List, Rechtsvertreter der Bürgerinitiative „Ritter der Au“ soll hierbei maßgeblich beteiligt gewesen sein, wie Obfrau Karin Selhofer informiert.

„Ritter der Au“: Vorbereitungen für nächste Schritte. List habe den Rechtsvertreter jenes Bio-Bauern, der den Stein um die Jungbunzlauer-Abwässer in der Thaya ins Rollen brachte, in seiner Recherche unterstützt. Wie viele Tonnen Chlorid und Sulfate im Fluss landen dürfen, ist nun definiert. Wie viele es wirklich sind, ist derzeit nicht bekannt – für List trotzdem ein Etappensieg: „Natürlich ist das für uns äußerst erfreulich und zeigt die ganze Problematik, da man sich jetzt endlich Vorstellungen machen kann. Die exakten Mengen werden wir noch bekommen und unsere Schlüsse daraus ziehen“, betont der Rechtsanwalt auf NÖN-Anfrage. Die „Ritter“ versammelten sich zudem Ende September, um sich auszutauschen und vorzubereiten. Was dort besprochen wurde, wollen die Projektgegner naturgemäß nicht verraten – außer, dass sie mit einer neuerlichen Verhandlung als Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts rechnen. „Wir werden dabei diverse Schwachpunkte geltend machen. Jungbunzlauer kann sich für die Verhandlung bereits jetzt warm anziehen“, zeigt sich List kämpferisch.

Jungbunzlauer: Auf Tauchstation. Ob die Firma Jungbunzlauer einstweilen an der Projektumsetzung – zumindest auf Papier – feilt? Oder ebenso mit einer Verhandlung rechnet? Es bleiben Fragezeichen: Die NÖN-Anfrage an das Unternehmen blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

Bundesverwaltungsgericht : Wie lange wird’s wohl noch dauern? Ob die Richter die Beschwerden als zulässig oder nicht bewerten, bleibt abzuwarten. Nachgefragt beim Bundesverwaltungsgericht heißt es, dass das UVP-Beschwerdeverfahren zum Vorhaben „Zitronensäureproduktion am Standort Bergern“ nach wie vor anhängig ist. „Es wird um Verständnis ersucht, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose zum zeitlichen Horizont bis zum Vorliegen einer Entscheidung abgegeben werden kann.“ Beschwerdeverfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung seien sehr komplex, die Aufarbeitung brauche seine Zeit.