Stift Melk: Grüne fordern externe Moderation. Grüne wollen Gesprächsbasis mit Stift mittels Mediator verbessern. Traditionelles Neujahrstreffen mit Stift geplatzt.

Von Markus Glück. Erstellt am 23. Januar 2018 (05:00)
Stadt Melk/Franz Gleiß
Die Partnerschaft zwischen Stift Melk und der Stadtgemeinde ist zerrüttet. Um das Verhältnis zu verbessern, wagen die Grünen nun einen Vorstoß.

Nach dem wochenlangen Konflikt, über eine Abgabenzahlung in der Höhe von rund 1,7 Millionen Euro des Stifts Melk an die Stadtgemeinde Melk, konnte Anfang Dezember ein vorläufiger Schlusspunkt gesetzt werden. Die Stift-Verantwortlichen bestätigten eine Überweisung der offenen Zahlung, dafür mussten allerdings alle Restaurierungsarbeiten abgesagt werden.

Traditionelles Neujahrstreffen geplatzt

Der Konflikt machte aber nicht nur hohe mediale Welle, sondern zerstörte das Verhältnis zwischen dem Stift Melk und den Verantwortlichen der Stadt nachhaltig. Zuletzt ließen Vertreter des Stiftes auch den Termin für das traditionelle Neujahrstreffen platzen. „Das Treffen wurde aus organisatorischen Gründen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, da vorher noch einige Fragen und Antworten besprochen werden müssen“, heißt es vonseiten des Stift Melk.

Nachgefragt bei den eingeladenen Stadträten, hüllen sich diese in Schweigen. „Kein Kommentar“, so der einhellige Tenor. Zwar will sich VP-Stadtchef Thomas Widrich ebenso wenig äußern, allerdings bestätigt er, dass es einen Termin gegeben hat, bei dem die Stadträte anwesend waren, nur die Plätze für das Stift blieben dabei leer.

Indes plädiert Grünen-Stadtrat und Landtagsabgeordneter Emmerich Weiderbauer für eine Mediation, um das Verhältnis wieder zu kitten. In die Pflicht nimmt er dabei auch seine Polit-Kollegen der anderen Fraktionen aus dem Gemeinderat. „Es gibt Vereinbarungen und wir Grüne sind die einzigen, die sich daran halten.“, ärgert sich Weiderbauer, dass immer wieder Themen, bei denen ein gemeinsames Vorgehen ausgemacht ist, bereits im Vorfeld in den Medien landen. Weiderbauer: „Wir haben uns im Projekt ,Stadt Melk hat Zukunft‘ auf eine neue Art der Zusammenarbeit verständigt und das sollte auch eingehalten werden.“

„Wir brauchen eine externe Moderation, die nichts mit der Kirche oder der ÖVP in Niederösterreich zu tun hat.“Emmerich Weiderbauer

Dass die Gesprächsbasis mit dem Stift wiederhergestellt wird, ist für den Grünen-Landtagsabgeordneten enorm wichtig. „Wir brauchen eine externe Moderation, die nichts mit der Kirche oder der ÖVP in Niederösterreich zu tun hat.“ Die Schuldigen für die derzeitige Entwicklung sieht Weiderbauer auf beiden Seiten: „Beide Verhandlungspartner haben nicht sensationell agiert. Die Altlasten gehören aufgearbeitet.“

Generell will Weiderbauer das Gemeinsame in der Stadtpolitik wieder mehr in den Vordergrund stellen und übt dabei Kritik an der ÖVP. „Ich kann nicht plakatieren, dass die Kleinkinderbetreuung umgesetzt wurde, ohne dabei auch die Grünen zu erwähnen, die sich dafür maßgeblich eingesetzt haben“, meint Weiderbauer.