17 Stimmen kippen Windpark-Projekt. Gaubitsch / Überraschend stimmte die Mehrheit der Bürger gegen das geplante Projekt. Bürgermeister und Projektwerber ratlos.

Von Susanne Bauer und Michael Pfabigan. Erstellt am 06. Mai 2014 (09:29)
NOEN, Susanne Bauer
Projektleiter Georg Hartmann und Bürgermeister Alois Mareiner nach dem Auszählen. Gerade mal 17 Stimmen haben das Projekt verhindert. Foto: Susanne Bauer
Gerade mal 17 Stimmen haben das Ergebnis entschieden. Bei einer Wahlbeteiligung von 71,39 Prozent stimmten 289 für Ja und 306 für Nein.

In allen drei Orten (Gaubitsch, Kleinbaumgarten und Altenmarkt) ging die Entscheidung knapp gegen den Windpark aus.

„Vielleicht war es der mögliche Anblick der Windräder, welcher dann ganz neu für die Bevölkerung gewesen wäre!“
Alois Mareiner, Bürgermeister von Gaubitsch

„Damit habe ich nicht gerechnet“, kommentiert Bürgermeister Alois Mareiner betrübt den Ausgang der Volksbefragung über den geplanten Windpark südlich von Gaubitsch. Warum die vorerst so gute Stimmung nun gekippt ist, ist für Mareiner ein Rätsel.

„Vielleicht haben die Argumente der Windradgegner die Bürger beeinflusst, vielleicht war es die Höhe der Anlagen, vielleicht war es der mögliche Anblick, welcher dann ganz neu für die Bevölkerung gewesen wäre“, lässt Bürgermeister Mareiner die letzten Wochen noch einmal Revue passieren und betont: „Für den Gemeinderat und mich persönlich sehe ich dieses Ergebnis nicht als Niederlage, denn es war unsere Pflicht die Bevölkerung zu befragen und diese hat sich klar dagegen entschieden.“

Georg Hartmann, Projektleiter der Windkraft Simonsfeld, der dieses Projekt als persönliche Herausforderung sah, ist dementsprechend enttäuscht, kann aber trotzdem der Situation etwas Positives abgewinnen: „Noch haben wir den Luxus, dass wir uns solche Entscheidungen leisten können. Trotzdem werde ich mich weiter für erneuerbare Energieformen einsetzen.“

„Hatten Signale, dass sich viele nicht gefreut haben“

„Wir hatten zwar Signale, dass sich viele nicht sehr gefreut haben, dass 200 Meter hohe Windräder errichtet werden sollen, aber wir waren alles andere als sicher“, kommentierten die „Gaubitscher Buerger“, die auf sozialen Plattformen und in Postwurfsendungen Stimmung gegen das Windparkprojekt gemacht hatten und windradpositiv-einseitige Information kritisiert hatten. „Aber wir danken den Gemeindevertretern, dass sie diese Volksbefragung ermöglicht haben!“

Da das Ergebnis der Befragung für den Gemeinderat bindend sein soll „gehen wir davon aus, dass der Windpark Gaubitsch nun gestorben ist!“, sagen die „Gaubitscher Buerger“, die gespannt sind, welche Auswirkungen der Volksentscheid auf den Windpark Gnadendorf, der die Fortsetzung des Gaubitschers sein sollte, haben wird.


Im Detail:

Wahlberechtigte  846
Abgegebene Stimmen  604
Wahlbeteiligung  71,39 %
Ungültige Stimmen   9
Gültige Stimmen   595

Ja-Stimmen  289 (48,6 %)
Nein-Stimmen  306 (51,4 %)