Ulrichskirchen: Pflege für Sohn gesucht

Erstellt am 10. August 2022 | 04:55
Lesezeit: 3 Min
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Eigentlich wäre alles für Sohn Christoph bereit, Johann Plankenbüchler sucht aber nach einer Pflegerin.
Foto: Plankenbüchler
Hilfswerk musste Vertrag kündigen, weil diplomierte Pflegerinnen fehlen, 32-Jähriger landete im Altersheim.
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Seit rund zehn Jahren ist der mittlerweile 32-jährige Sohn von Johann Plankenbüchler nach einem schweren Verkehrsunfall auf eine 24-Stunden-Pflege angewiesen. „Um diese Betreuung sicherstellen zu können, wurde unser Haus kostenintensiv und behindertengerecht umgebaut“, sagt er. Sogar ein eigener Lift wurde gebaut, die Gesamtkosten beziffert Plankenbüchler mit einem fünfstelligen Betrag.

In diesen zehn Jahren haben wir vieles erlebt“, sagt Plankenbüchler, streut den Betreuerinnen aber Rosen. Es seien durchwegs sehr nette Pflegerinnen gewesen. Weniger zufrieden ist er allerdings mit den Vermittlern, das funktioniere nicht immer reibungslos. Eine Tochter Plankenbüchlers ist Diplomkrankenpflegerin und Sachwalterin seines Sohnes. „Vielleicht ist sie dem Vermittlungspersonal zu sehr auf die Zehen gestiegen“, schließt er nicht aus.

Nun sei eine Pflegerin krankheitsbedingt ausgefallen, worauf das Hilfswerk den Vermittlungsauftrag, selbstständige Personenbetreuer zu organisieren, mit 14-tägiger Frist gekündigt hat. Somit ist der 32-Jährige seit Ende Juli ohne Betreuung. „Alles musste rasch gehen, wir mussten die nächste Einrichtung akzeptieren“, sagt Plankenbüchler. Nächstgelegen war Pressbaum, also über 50 Kilometer entfernt. Zudem handelt es sich um ein Altersheim, eher „eine Aufbewahrungsstelle“, die für die Betreuung nicht wirklich geeignet sei.

Vom Hilfswerk erklärt Sprecher Roland Wallner, dass die vorliegende Pflegestufe sieben eine große Herausforderung darstelle. Denn dafür werde eine diplomierte Pflegekraft benötigt. Dies habe man seit 2018 organisieren können, üblich sei es aber nicht. „Wir bieten diesen Service vereinzelt an, wenn wir entsprechende Kräfte haben“, sagt Wallner. Während im Normalfall ausgebildete Heimhilfen eingesetzt werden, die 400 Stunden Ausbildung haben, dauert die Ausbildung für diplomiertes Pflegepersonal drei Jahre.

Familie Plankenbüchler habe man schon vor der Kündigung informiert, dass es Personalprobleme geben kann. „Wenn wir keinen Ersatz finden, müssen wir aber den Vertrag kündigen“, erklärt Wallner.

Aktuell sucht die Familie mit anderen Agenturen nach einer geeigneten Pflegerin, um den Sohn wieder daheim zu haben. Eine Kraft hat man bereits gefunden.

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