Asparn: Sender außerhalb der Orte . Mobilfunker spusu informierte über Ausbaupläne. Befürworter sammeln Unterschriften.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 29. Juli 2020 (03:55)
Wo befinden sich die elf Masten, die die Gemeinde künftig mit Mobilfunk und mobilem Internet versorgen sollen? Das war die Frage, die die Asparner am brennendsten bei der Info-Veranstaltung von spusu im Turnsaal des Schulzentrums interessierte. Im Bild: Bürgermeister Manfred Meixner und spusu-Chef Franz Pichler.
Michael Pfabigan

Ja, er habe Handyempfang bei sich daheim. Sehr guten sogar, weil er in Sichtweite des Asparner Lagerhaussilos wohne, wo schon eine Vielzahl von Mobilfunkmasten zu finden ist, sagt spusu-Chef Franz Pichler auf NÖN-Nachfrage.

Er ist damit allerdings tatsächlich ein Glückskind: Denn weite Teile der Gemeinde, vor allem die Ortschaften Altmanns und Michelstetten, haben kaum oder keinen Handyempfang. Und Mobilfunkanbieter hatten bisher kein Interesse, einen unrentablen Sender im für sie wirtschaftlichen Nichts zu errichten.

„Das führte so weit, dass Eltern aus diesen Orten für das Homeschooling während der Coronaferien in Nachbarorte fuhren, damit die Kinder ihre Schulaufgaben erledigen konnten“, erzählt Pichler.

Er wohnt in Olgersdorf und wurde immer wieder darauf angesprochen, wann er endlich einen Sender in der Heimatgemeinde aufstellt. Also entwickelte er mit der Gemeinde einen Plan, wie die Gemeinde mit ihren peripheren Lagen am besten zu versorgen wäre: Nötig wären elf Sendeanlagen, um Mobilfunk und zeitgemäße Datenübertragungsraten auch nach Michelstetten und Altmanns zu bringen.

Bei der Standortsuche für die Sender hatte man darauf geachtet, dass sie außerhalb der Wohngebiete - Ausnahme Lagerhaus - sind, betont ÖVP-Bürgermeister Manfred Meixner, in Stein gemeißelt sind sie aber noch nicht. Und auch Pichler betont: „Wenn die Asparner den 5G-Ausbau nicht wollen, dann setze ich das Projekt auch nicht um.“ spusu würde rund 1 Mio. Euro investieren. Im Turnsaal des Schulzentrums stellte spusu am 24. Juli die Pläne vor.

Warum will Pichler ein 5G-Netz aufbauen? Einerseits, weil sein Unternehmen ein 5G-Frequenzpaket und damit eine Bauverpflichtung ersteigert hat. Ausbauen kann spusu, das das Netz von Hutchinson-Drei nutzt, nur in Gebieten, wo Hutchinson schlecht vertreten ist.

Gegner des 5G-Ausbaues - sie sammeln derzeit Unterschriften und sollen knapp 100 beisammen haben - sagen, dass das 5G-Frequenzband krank macht. Was sagt Pichler? „Unsere Sender nutzen das 3,4 Gigahertz-Band. Jedes moderne WLAN arbeitet mit 2,5 oder 5 GHz. Das ist quasi das Gleiche.“

Nachsatz: „Aber die Feldstärke im Haus durch das WLAN ist stärker, als die der 5G-Sender. Und es gebe keine einzige Studie, in der diesem Frequenzband gesundheitsschädliche Effekte nachgewiesen wurden, sagt der spusu-Chef. Höherfrequente Bänder, wie das 26 GHz-Band werde spusu nie betreiben.

„5G ist nichts anderes als eine effiziente Sprache auf der Funkwelle“, versuchte Pichler bei der Infoveranstaltung, Bedenken zu zerstreuen. Kritische Fragen zu 5G kamen; was die Besucher allerdings am meisten interessierte: Wo sind die Sendemasten und ab wann läuft das schnelle Mobildatennetz in Asparn? Pichler: „Das wird noch ein bis 1,5 Jahre dauern.“

Damit da nichts dazwischen kommt, sammelten die Befürworter ebenfalls Unterschriften für das 5G-Projekt. Der Gemeinderat wird die Causa in der ersten Herbstsitzung behandeln.

Umfrage beendet

  • 5G-Mobilfunktechnologie in den Dörfern: Habt Ihr Angst davor?