Live trotz Corona: „Bieten ein Stück Normalität“. Im „Alten Depot“ in Mistelbach zieht man das Kulturprogramm trotz fehlender Eintrittseinnahmen durch.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 10. Oktober 2020 (04:25)
Der Verein Erste Geige setzt im „Alten Depot“ weiterhin auf sein Kulturprogramm: Obmann Walter Schleger, Karin Kargl, Wirt Reinhard Kruspel, Elisabeth Platschka und Jupp Premm.
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„Springt die Coronaampel auf Orange, dann ändert sich bei uns fast nichts“, sagt Reinhard Kruspel: „Wir sammeln seit dem Lockdown die Namen und Kontaktdaten der Gäste. Freiwillig.“

Zwar wird bisher nur ein Name pro Tisch erhoben, quasi die Lightversion der jetzt vorgeschriebenen Registrierung, aber Widerstand der Gäste gab es nicht. „Und wenn die Sperrstunde bei uns auf 22 Uhr vorverlegt wird, dann starten wir mit den Konzerten einfach früher“, sagt Kruspel.

So lange es ging, wurden die Konzerte im Freien auf der Gästeterrasse des Depot abgehalten. Jetzt, wo wieder im Lokal musiziert werden muss, wurde die Gästezahl massiv reduziert. „Bei Schlager und Neid hätten wir das normale Lokal doppelt füllen können“, erzählt Kruspel, Gäste musste abgewiesen werden: „Da fehlen uns halt jetzt bei den Einnahmen 50 Prozent zahlende Gäste und 50 Prozent konsumierende Kunden im Lokal“, sagt der Wirt des Bühnenwirtshauses.

Dass wegen der Einschränkungen auf das Kulturprogramm verzichtet wird, das kommt für den Mistelbacher und den Verein Erste Geige, der für das Programm zuständig ist, nicht in Frage: Der Verein bekomme öffentliche Förderungen, insofern habe man eine Verantwortung, sagt auch Erste Geige-Obmann Walter Schleger. In diesem Jahr werde das Programm durchgezogen. wie geplant, sollten die Einschränkungen für Veranstaltungen auch im kommenden Jahr so bleiben, werde man das Programm stark auf regionale Liveacts reduzieren müssen.

Starker Weinviertler Schwerpunkt

Das laufende Programm hat einen starken Weinviertler Schwerpunkt mit einigen überregionalen Acts: „Und wir mussten keinen der geplanten Auftritte absagen, sie wurden maximal verschoben“, ist Kruspel stolz. Der Ire Sean Kean, Stammgast in Mistelbach, kommt jetzt erst im kommenden Jahr.

„Die Künstler sind froh, dass sie wieder auftreten können, für manche war der Auftritt im Depot der erste seit Beginn der Coronakrise“, erzählt Obmann Walter Schleger. Auch deshalb sei es dem Verein wichtig, dass das Kulturprogramm weiterläuft. „Und die Gäste sind froh, dass wieder etwas los ist“, ergänzt Wirt Reinhard Kruspel: „Wir schauen, dass wieder so etwas wie Normalität einkehrt.“