Veranstaltungssaal: Wolkersdorf zieht Plan durch. SPÖ und ÖVP ohne Stadt-Gemeinderäte stimmen für Architektenwettbewerb für Withalmstraße.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 07. November 2018 (04:30)
Christoph Szeker
Hier in der Withalmstraße soll der neue Veranstaltungssaal errichtet werden. Der Gemeinderat beschloss den entsprechenden Architektenwettbewerb.

Neuer Versuch: Nachdem die letzte Gemeinderatssitzung an mangelnder Beteiligung gescheitert ist, setzte die Bürgermeisterin am Montag erneut einen Termin an.

Auch der Veranstaltungssaal war wieder auf der Tagesordnung, am Standort Withalmstraße hält die Bürgermeisterin weiter fest und auch ein Beschluss konnte diesmal nicht verhindert werden. Von einem ehemaligen Stadtrat wird das „festgebohrte Verhalten“ und der Unwille, miteinander zu reden, um gemeinsam eine Lösung für Wolkersdorf zu finden schon als „grob fahrlässig“ bezeichnet.

„Es gibt keine Spaltung innerhalb der ÖVP, drei Gemeinderäte sind anderer Meinung.“Anna Steindl, ÖVP-Bürgermeisterin

An einem Kompromiss innerhalb der ÖVP arbeitete man am Tag der Gemeinderatssitzung noch. Bürgermeisterin Anna Steindl ist aber überzeugt: „Es gibt keine Spaltung innerhalb der ÖVP, drei Gemeinderäte sind anderer Meinung.“ Litzkas Bedenken, dass ein vermeintlich attraktives Projekt zum Misserfolg werden könnte, wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung dafür fehlt, hält sie für dessen Privatmeinung und äußert sich nicht weiter dazu.

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Bürgermeisterin Anna Steindl: „Wir brauchen einen großen Saal. Das ist etwas, dass uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird.“

Von Seiten der Opposition war auch schon vor der montäglichen Sitzung klar, einen Vorschlag der Bürgermeisterin zum Veranstaltungssaal, den man bereit ist mitzutragen, wird es nicht geben: „Da ist der Zug wohl abgefahren, ich kann mir nur vorstellen die ganze Causa in die nächste Gemeinderatsperiode 2020-2025 zu delegieren und dort noch einmal einen gemeinsamen Anlauf zu starten“, verkündet etwa Stadtrat Christian Schrefel (WUI). An den Differenzen ist in gewisser Weise ablesbar, dass es an einer gemeinsamen Vorstellung für die Zukunft der Stadtgemeinde mangelt. Es verläuft eine Linie zwischen einem städtischem und ländlichem Bild Wolkersdorfs, zudem fehle es laut Schrefel seit 2015 an Vertrauen in die Gemeinderegierung.

Auch wenn unterschiedliche Meinungen bestehen, ist dennoch ein gemeinsamer Nenner zu finden? Ein solcher wird schließlich als Basis notwendig sein, um wieder gemeinsam zu Beschlüssen zu kommen. In der ÖVP sind es etwa Gemeinderat Roland Gube und Landtagsabgeordneter Kurt Hackl, die sich für eine nachhaltige finanzielle Entwicklung und einen Kassasturz aussprechen. Auch Steindl hat ihr Vorgehen beim Veranstaltungssaal dahingehend adaptiert, dass erst nach Prüfung des Haushalts „das Ob und Wann“ des Baus geklärt werden soll.

C. Dusek
Christian Schrefel (WUI) sieht keine Möglichkeit für eine Einigung mit der Stadtchefin.

In der Gemeinderatssitzung am Montagabend das wenig überraschende Ergebnis: Der Antrag der Bürgermeisterin geht mit Mehrheit durch: Nach Vorliegen der Ergebnisse aus dem Architektenwettbewerb zum Standort Withalmstraße und Haushaltprüfung soll der Gemeinderat beschließen, ob und im welchen Etappen gebaut wird. Ein Rechtsanspruch auf einen Auftrag besteht für den Gewinner des Wettbewerbes nicht.

Das Ergebnis: Für den Antrag der Bürgermeisterin stimmten SPÖ und ÖVP, letztere ohne die drei Stadt-Gemeinderäte Dominik Litzka, Roland Gube und Johannes Rinnhofer.