Ein Feuer als Liebesbeweis: 44-Jähriger vor Gericht. 44-Jähriger wollte Angebetete mit Feuer in einem Stadl in Asparn an der Zaya beeindrucken.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 19. Januar 2021 (17:34)
Brandstiftung: 71.000 Euro Schaden entstand, weil ein 44-Jähriger seiner Angebeteten imponieren wollte. Die wollte aber nichts von ihm wissen.
FF Asparn

Fünf Feuerwehren mit einem Dutzend Fahrzeugen und 88 Mann standen in Asparn an der Zaya in der Nacht von vierten auf fünften August 2020 an die fünf Stunden im Löscheinsatz, um gegen den Brand einer etwa 140 Quadratmeter großen Scheune samt darin gelagertem Stroh und Heu zu kämpfen.

Wie sich herausstellte vergeblich, die Scheune brannte bis auf die Grundmauern nieder. Jedoch konnte der Feuerwehreinsatz das Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude verhindern. Der dabei entstandene Schaden beläuft sich auf 71.000 Euro.

Für diese Brandstiftung war ein 44-Jähriger am Landesgericht Korneuburg vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Monika Zbiral angeklagt. Ein weiterer Anklagepunkt, der in direktem Zusammenhang mit dem Feuer stand, war das beharrliche Verfolgen einer 38-jährigen Frau, die auf einem ehemaligen Gutshof nahe des Brandortes wohnte. Mit insgesamt 231 Telefonanrufen in zwei Monaten traktierte der Mann die Frau. Er sei in sie verliebt gewesen, gab er an.

Das Opfer, das inzwischen aus Asparn weggezogen ist, konnte nicht als Zeugin vor Gericht befragt werden, da es im Krankenhaus gegen eine schwere Krebserkrankung kämpft. Nach einem kurzen Geplänkel zwischen Richterin Zbiral und Verteidiger Bernhard Schuller waren sich alle Beteiligten einig, dass auf die Zeugin verzichtet werden kann, da der Mann ohnehin geständig war. Vor Gericht stellte der 44-Jährige den Brand als spontane Idee dar.

„Ich bin gleich nach Anzünden weggegangen. War klar, dass alles abbrennt!“ Angeklagter 44-Jähriger vor Gericht.

Mysteriös blieb aber ein Satz des Beschuldigten, den er mehreren Zeugen gegenüber geäußert hatte: „Es brennt immer bei euch“, wobei sich die Zeugen nicht einig waren, auf welches Ereignis sich diese Bemerkung beziehen könnte. Jedenfalls hatte der ungelernte Arbeiter ein Feuerzeug dabei, obwohl er angab, Nichtraucher zu sein. Auf die Nachfrage der Richterin antwortete er: „Das hab ich immer dabei.“ Ob ihm die Dimension seiner Tat klar gewesen sei, wollte Zbiral weiter wissen. „Ich bin gleich nach Anzünden weggegangen. War klar, dass alles abbrennt“, so die Antwort des Fast-Analphabeten.

Die mangelnde Bildung des Angeklagten – er hat neun Jahre die Sonderschule besucht – erschwerte auch die Lesbarkeit der Handvoll Textnachrichten, die der Mann, neben den Telefonanrufen, der Frau geschrieben hatte. Eine „verschmähte Liebe“ bei der sich was „aufgestaut“ hatte, nannte Staatsanwalt Lambert Schöfmann als Motiv in seinem Schlussplädoyer. „Da ist viel Schlimmes passiert, das muss man dem Angeklagten klarmachen“, so Schöfmann weiter – forderte aber trotzdem nur eine bedingte Strafe für den Mann.

Der Schöffensenat teilte offenbar die Auffassung sowohl des Staatsanwalts, als auch die von Verteidiger Schuller, der seinen Mandanten als keinen „typischen Verbrecher und Brandstifter“ beschrieb, und verhängte ein Urteil von zwei Jahren, die zur Gänze bedingt nachgesehen wurden. Auch Zbiral wirkte am Ende der Verhandlung noch einmal auf den Mann ein, um ihm sein „Stalking“ klarzumachen: „Sie wollen nix Böses, aber Sie bewirken was Böses.“