Kritik an Schnittarbeiten: „Gemetzel im Lebensraum“. Olgersdorferin wirft Dachverband Marchfeld-Weinviertel Zerstörung von Natur vor, der verweist auf die behördlichen Vorgaben.

Von Johann Hochleithner. Erstellt am 29. April 2021 (03:44)
Im Rückhaltebecken Asparn/Olgersdorf wurden Gehölze am Damm entfernt aber nicht im Becken und im Gerinne.
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„Einfach pfui und schämt euch“, ärgert sich eine Olgersdorferin nach den Schnittarbeiten am Ufer eines Rückhaltebeckens beim Lagerhaus: Im Auftrag des Dachverbandes Marchfeld-Weinviertel war Gehölz und Gestrüpp mit Handarbeit und Maschinen entfernt worden.

„Als beauftragte sogenannte „Fachkundige“ veranstalteten sie ein Gemetzel und zerstörten fahrlässig Lebensraum für Tiere, Insekten und Menschen mit brutalen Maschinen“, ärgert sich die NÖN-Leserin aus Olgersdorf. Was sie am meisten stört, ist, dass gerade im Frühjahr, wo alles zu blühen beginnt, alles zerstört worden sei, inklusive Puppen, Larven und Erdnestern. „An einer Weggabelung stand ein Apfelbaum einer alten Sorte - gesund und Äpfel tragend - Nahrung für Insekten, Tier und Mensch - der wurde einfach so abgeholzt“, kann sie angesichts der aus ihrer Sicht wenig feinfühligen Arbeit nur den Kopf schütteln.

Der NÖN-Lokalaugenschein zeigte, dass es entlang der Böschungen des Retentionsbeckens zu Abholzungen gekommen war, dass aber am Boden und Damm des Rückhaltebeckens Büsche und Bäume noch vorhanden sind.

Zu den Vorwürfen erklärt Roman Rebler vom Dachverband Marchfeld-Weinviertel: „Unser jährlicher Zeitraum für die anstehenden Gehölzpflegearbeiten erstreckt sich vom Dezember bis März“. Aufgrund des nassen Herbstes und Winters konnten die erforderlichen Arbeiten aber erst jetzt durchgeführt werden, da es ansonsten zu Zerstörungen des Dammkörpers und der Maschinen gekommen wäre.

Mit der Errichtung des Retentionsbeckens wurde mittels Bescheides gefordert, dass damit die Verbesserung der ökologischen Funktionsfähigkeit von Gewässern erreicht wird. In den Auflagen des Bescheides der wasserrechtlichen Bewilligung wurde unter anderen festgeschrieben, dass die Dammböschungen rund um das Becken von Bewuchs freizuhalten und gegebenenfalls Bäume zu entfernen sind.

„Im Retentionsraum findet auch der Biber einen Lebensraum, wo er bis zu einem gewissen Maße geduldet werden kann“, sagt Roman Rebler: Dieser trage auch zur Bildung der natürlichen Uferstrukturen im Gewässer bei.