MAMUZ zieht Jahresbilanz: „Es war eine gute Saison“. Trotz Coronakrise und verkürzter Öffnungszeit stürmten Besucher heuer die MAMUZ-Museen.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 27. November 2020 (04:09)
Hofübergabe im MAMUZ: Noch-Geschäftsführer Peter Fritz, wissenschaftlicher Leiter Franz Pieler und Neo-Geschäftsführer Christoph Mayer.
Renate Heger/MAMUZ

„Wir hatten für vieles einen Plan, das sich dann anders entwickelte.“ Noch-MAMUZ-Geschäftsführer Peter Fritz konnte am 19. November eine durchaus zufriedene Bilanz über die Krisensaison 2020 in seinen vier Museen MAMUZ Schloss Asparn, Mistelbach, nitsch museum und Museumsdorf Niedersulz ziehen.

Auch die traditionelle Finissage musste corona- und lockdownbedingt anders stattfinden: Eigentlich mit einer kleinen Feier im Wappensaal des Schlosses für Freunde des Museums geplant, wurde es zuerst wegen der Coronaeinschränkungen als Livestream aus dem Wappensaal angekündigt, schlussendlich wurde es eine Zoom-Konferenz aus den Homeoffices von Geschäftsführer Peter Fritz, wissenschaftlichem Leiter Franz Pieler und dem künftigen Chef Christoph Mayer.

„Wir hatten für vieles einen Plan, das sich dann anders entwickelte!“ Peter Fritz, MAMUZ-Geschäftsführer

Erfolgreich deswegen, weil der erste Lockdown dazu genutzt wurde, den Außenbereich im MAMUZ Asparn umzubauen: Der Steinzeitjägerbereich wurde nach aktuellen wissenschaftlichen Kenntnissen umgestaltet und ein mittelbronzezeitlicher Bestattungshügel als experimentalarchäologisches Forschungsprojekt: „Wir haben dort ein Schwein mit vielen Bronze-Grabbeigaben am Körper beerdigt. In 15 bis 20 Jahren soll der Grabhügel wieder geöffnet werden, untersucht wird, wie Bronze und Haut bei Verwesung und Langzeitbestattungen reagieren“, sagt Franz Pieler.

Ein Erfolg war auch die Maya-Ausstellung im MAMUZ Mistelbach trotz der durch die beiden Lockwdowns verkürzten Öffnungsdauer: Auch wenn es heuer keine Schul- und Reisegruppen als Besucher gab: „Wäre es eine normale Saison gewesen, wäre es eine gute Saison gewesen“, sagt Peter Fritz. Besuchereinbußen habe es kaum gegeben, die 92 Prozent der Museumsgäste seien als Einzelbesucher gekommen.

Antrittsbesuch: Landtagspräsident und Alt-Weinviertel-Tourismusobmann Karl Wilfing lud den künftigen MAMUZ-Chef Christoph Mayer zum Gedankenaustausch.
Evelyn Schultes/NÖ Landesdirektion

Wie geht’s 2021 weiter? Die Maya-Ausstellung wird verlängert und öffnet, genauso wie das nitsch museum, am 13. Februar. Ergänzt wird die Maya-Ausstellung mit der Sonderschau „Götter & Rituale der Maya“. Im MAMUZ Asparn gibt es eine Sonderausstellung zur experimentellen Archäologie, gestartet wird mit einem Eröffnungswochenende mit Liveexponaten am 20. und 21. März.

Erlebniswochenenden soll es übrigens die gesamte Saison über jedes Wochenende geben – diese wurden schon heuer statt der großen Feste im Museum angeboten und vor allem von Familien gut angenommen. Neu wird 2021 auch der Geschäftsführer sein: Christoph Mayer übernimmt die Agenden von Peter Fritz, der auf die Schallaburg wechselt.

Mayer ist gerade dabei seine künftigen Museen und das Team kennenzulernen und sich einzuarbeiten.