Radwerkstatt in Mistelbach stellt den Betrieb ein. Keine Möglichkeit der Treffen und kaum noch Flüchtlinge in der Stadt.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 07. Mai 2021 (04:56)
Das Projekt „Radwerk“ läuft mangels Asylwerbern und Möglichkeiten zu coronakonformen Zusammenkünften aus.
Michael Pfabigan

„Alles im Leben hat seine Zeit. So auch das Bewegung-Mitmensch-Projekt „Fahrradwerkstätte““, sagt der Obmann der Bewegung Mitmensch, Franz Schneider: Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen und nicht zuletzt wegen der geringer gewordenen Nachfrage an Reparaturen wird diese integrationsfördernde Maßnahme beendet.

2015, am Höhepunkt der damaligen Flüchtlingswelle, startete das Projekt, bei dem Asylwerber alte Fahrräder wieder flott machten bzw. reparierten. „Gleichzeitig entstanden zahllose Bindungen zwischen den einheimischen Freiwilligen und den integrationsbemühten Menschen, die nach der Flucht aus ihrer Heimat in Österreich wertschätzend aufgenommen wurden“, erzählt Schneider: Aufgrund der stark gedrosselten Migrationszahlen, geänderter Mobilität, Beendigung der Asylverfahren und zuletzt wegen der Einschränkungen durch Covid-19 seien mittlerweile andere Lösungen für die Instandhaltung der fahrbaren Untersätze gefragt.

Damit endet auch das zweite integrative Projekt rund um jene, die versuchten, Asylwerber zu integrieren und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung in Gemeinschaft zu geben: Schon im Vorjahr wurde das Nähprojekt „Zwirnschmalz“ mangels Asylwerbern eingestellt.

„Da wir somit heuer keine Fahrrad- Reparatur-Treffen mehr anbieten werden, haben wir auch keinen Bedarf mehr an Restbeständen von gebrauchten Fahrradteilen“ sagt Schneider: „Wir wollen die wertvollen Ressourcen aber nicht zum „alten Eisen“ geben, sondern sind gerne bereit, diese an Interessierte weiter zu geben, die noch gute Verwendung dafür haben.“ Interessenten an den Restbeständen können sich unter 0650 3902748 (Alice) melden.